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Archive for August 2009


Drizzt Do’Urden, der ungewöhnliche Dunkelelf, begegnet den Lesern das erste Mal in „Der Gesprungene Kristall“, dem ersten Band des Zyklus „Die Vergessenen Welten“. Zunächst ist er nur ein Mitglied der Truppe um Bruenor Heldenhammer, den bärbeißigen Zwergenkönig, der sein verlorenes Königreich sucht. Doch er kam – für den Autor R.A. Salvatore vielleicht selbst überraschend – sehr gut bei den Lesern an und so musste der Autor mehr über ihn erzählen.

drittersohn

Titel des ersten Bandes der Saga vom Dunkelelf: Der dritte Sohn - R.A. Salvator, Blanvalet Taschenbuch Verlag 2007 ISBN-10: 3442245621 ISBN-13: 978-3442245628

Als Mitglied der Truppe um den grummeligen alten Zwerg ist Drizzt zunächst nur eine mehr oder weniger gleichberechtigte Figur neben diesem, dem zwielichtigen Halbling Regis, Bruenors Adoptivtochter Cattie-brie, die ein Menschenmädchen ist und seinem Lehrling und Ziehsohn Wulfgar, dem jungen Barbaren. Zunächst ist nur wenig über ihn bekannt: dass er ein Dunkelelf ist, natürlich, und dass er jedoch mit der lasterhaft-bösartigen Lebensweise der Drow, der Dunkelelfen, nichts am Hut hat und als wohl einziger Dunkelelf edel gesinnt ist und nach dem Guten strebt. Natürlich hat er, da man ihn an seinem Aussehen überall als Vertreter der vielleicht gefürchtetsten Rasse von ganz Abeir-Toril erkennt, mit erheblichen Vorurteilen zu kämpfen.

Wo kommt Drizzt Do’Urden her?

Wohl, weil der Dunkelelf so gut bei den Lesern ankam und sie mehr über ihn wissen wollten, schrieb R.A. Salvatore als Prequel zu den Vergessenen Welten die Saga vom Dunkelelf. Hier erfährt man nun, wie es bei den Dunkelelfen zugeht, wo Drizzt genau herkommt und wie er zu dem feinen Kerl wurde, der die Herzen der Salvatore-Leser im Sturm eroberte. Man muss die Saga vom Dunkelelf nicht unbedingt vor den Vergessenen Welten lesen, da dies die früheren Leser auch nicht konnten, aber man kann es tun. Wer aber die Spannung erhalten und einige Geheimnisse um Drizzt Do’Urden erst lüften möchte, wenn er ihn bereits in den Vergessenen Welten kennengelernt hat, wird die Bücher in der Reihenfolge lesen, in der sie geschrieben wurden, statt streng chronologisch.

Drizzt wird in Menzoberranzan, einer schaurig-schönen Dunkelelfenstadt tief im Unterreich, fern der Erdoberfläche geboren. Die Dunkelelfen sind ein durch und durch verdorbenes Volk, welches der ekligen Spinnengöttin Lloth huldigt, die Spaß an mörderischen Ränken, üblen Intrigen und blutigen Familienfehden hat.

Eine saubere Gesellschaft…

Die Dunkelelfen oder Drow haben eine matriarchalische Gesellschaftsordnung, in den Häusern, also den Sippen oder Clans, herrscht jeweils eine Mutter Oberin und auch sonst haben die Männer den Frauen zu gehorchen. Die einzelnen Häuser haben ein Rangordnung und ein wichtiger Lebenszweck der Drow besteht darin, in dieser Rangordnung aufzurücken. Und zwar möglichst unter die ersten acht Häuser, weil die nämlich im Rat von Menzoberranzan vertreten sind und das Sagen in der Stadt haben.

Um in der Rangordnung aufzurücken gibt es nur ein Mittel: Man muss ein Haus auslöschen, welches über einem steht. Das ist zwar auch nach den Gesetzen der Drow eigentlich Mord, aber es wird toleriert – wenn kein einziges Mitglied des eliminierten Hauses übrig bleibt, das Anklage erheben kann. Gelingt die Auslöschung also vollständig, ist alles in Ordnung; andernfalls hat die Aktion üble Folgen für die Angreifer.

Knapp überlebt

Drizzt kommt als dritter Sohn des Hauses Do’Urden zur Welt und hat daher zunächst keine besonders hohe Lebenserwartung: Traditionsgemäß soll er als solcher der Spinnengöttin geopfert werden. Am Tag als Drizzt geopfert werden soll, führt das Haus Do’Urden eine Aktion gegen ein höher stehendes Haus durch und einer der beiden älteren Brüder von Drizzt bringt dabei den anderen um. Als dessen Tod im Haus bekannt wird, wird Drizzts Opferung abgeblasen, weil er nicht mehr der dritte Sohn ist.

Drizzt wird nun erzogen wie jeder andere Dunkelelfen-Bub auch: Er wird von seinen Schwestern nach Kräften gepiesackt und gedemütigt, lernt dann Waffenkunst und Magie in einer Art Bildungsanstalt für Drow. Seine richtige Ausbildung in Waffenkunst erlernt er aber bei Zaknafein, dem Waffenmeister des Hauses Do’Urden. Dieser ist auch sein leiblicher Vater, denn er war eine Zeit lang der Ehemann der Mutter Oberin, die ihn auch nach Ende der temporären Ehe noch ab und zu als Sex-Gespielen schätzte.

In Zaknafein schlummert bereits das, was sich später in Drizzt manifestieren soll: Er hasst die Lebensweise der Drow, weil er, wie Drizzt auch, ein Moralist ist. Bei den Kämpfen gegen andere Drow-Häuser ist er so erfolgreich, weil es ihm Freude bereitet, möglichst viele der ihm verhassten Angehörigen seiner eigene Rasse zu töten. Von ihm lernt Drizzt nicht nur den perfekten Umgang mit Waffen, sondern übernimmt auch seine Einstellung und entwickelt sie weiter.

In der Beschreibung von Drizzts Zeit in Menzoberranzan lernt der Leser übrigens auch weitere Personen kennen, die in späteren Geschichten aus den Vergessenen Welten vorkommen werden: Vor allem Jarlaxle Baenre, den zwielichtigen aber genialen und perfektionistischen Führer der dunkelelfischen Söldnertruppe Bregan D’aerthe. Zusammen mit Artemis Entreri, dem Meuchelmörder, den man bereits in den ursprünglichen Bänden der Vergessenen Welten kennenlernt, wird er in weiteren Geschichten dieser Reihe sogar selbst als Hauptfigur auftreten.

Ein Dunkelelf der anderen Art

Zunächst lebt Drizzt mehr oder weniger als ganz normaler Dunkelelf, auch wenn er im Kampf so ziemlich jedem anderen Drow überlegen ist und sich nichts aus deren Sex- und Drogen-Orgien macht. Nach Abschluss seiner Ausbildung tut er Dienst bei Patrouillen in der Umgebung von Menzoberranzan, wobei die Drow andere Bewohner des Unterreichs gnadenlos töten. Einer der Dunkelelfen hat eine Statuette, die ein Panther darstellt und mit deren Hilfe man Guenhwyvar, eine riesige magische Pantherin beschwören kann. Drizzt spürt, das diese Katze es, genauso wie er, hasst, die unschuldigen Bewohner des Unterreiches zu töten und freundet sich mit ihr an.

Als Drizzt das erste Mal zu einem heimtückischen und grausamen Überfall auf Mondelfen an die Oberfläche mit darf, vergeht er sich nach den Maßstäben der Drow schwer: Er rettet einem Elfenkind das Leben, indem er es unter dem Leichnam seiner Mutter versteckt. Lloth hat das mitbekommen und das Haus Do’Urden fällt bei ihr in Ungnade. Für das Versagen seines Sohnes tötet Oberin Malice Zaknafein und Drizzt flieht aus Menzoberranzan nachdem er die Statuette an sich gebracht hat, mit der man Guenhwyvar beschwören kann.

Drizzt muss sich nun mit Guenhwyvar als zunächst einziger Gefährtin im lebensfeindlichen und gefährlichen Unterreich durchschlagen. Die Pantherin kann aber nicht ständig bei ihm sein, da sie sich immer wieder auf ihrer eigenen Existenzebene erholen muss. Drizzt sieht sich gefährlichen Feinden gegenüber, muss ständig wachsam sein und wird im Laufe der Jahre selbst fast zu einem Monster. Schließlich findet er aber trotz des üblen Rufes seiner Rasse auch gute Freunde, von denen er manche wieder durch tragische Umstände verliert.

Drizzt will im Licht leben

Irgendwann beschließt Drizzt, an die Oberfläche zu gehen und im Licht zu leben. Mit eisernem Willen gewöhnt er sich an den hellen Sonnenschein, der für ihn wunderschön, zunächst aber auch furchtbar schmerzhaft ist. Schlimmer aber ist für ihn, dass man ihm auch hier überall mit Vorurteilen begegnet und ihn auch da verdächtigt, wo er Gutes getan hat.

Schließlich findet er aber auch hier einen ersten Freund: Der blinde Waldläufer Montolio ist weise genug, zu erkennen, was Drizzt wirklich ist. Er lehrt ihn seine Waldläuferkünste, gibt ihm in seinem Wäldchen ein erstes echtes Zuhause und vermacht ihm, als er stirbt, dieses Wäldchen. Ohne Montolio fühlt sich Drizzt dort jedoch nicht mehr wohl und zieht weiter. Er hat von Monty nicht nur viel über die Künste eines Waldläufers gelernt, sondern auch dessen Glauben an die Naturgöttin Miellikki angenommen, die seine Ideale verkörpert.

Drizzt sieht sich auch weiterhin Vorurteilen und Ablehnung gegenüber. Jedoch geht ein weiteres Mal ein Oberflächenbewohner ohne Vorurteile auf den abtrünnigen Drow zu: Das Menschenmädchen Cattie-brie, die ihre Eltern verloren hat und von dem raubeinigen, grummeligen Zwergenkönig Bruenor Heldenhammer adoptiert worden ist, lernt Drizzt kennen, ohne je etwas von seiner Rasse gehört zu haben, sieht in ihm also lediglich die Person, die er tatsächlich ist. Sie ist der Grund, warum Bruenor – man bedenke: ein sturer Zwerg – schließlich seine Vorurteile überwindet, Drizzt akzeptiert und sein Freund wird.

Damit ist dann auch die Geschichte erzählt, wie Drizzt Do’Urden zu der Gruppe kam, welche im Vergessene-Welten-Zyklus die haarsträubenden Abenteuer besteht, schließlich Bruenors verschollenes Zwergenkönigreich wiederfindet und mit Hilfe von Bruenors Sippe und anderen Freunden zurückerobert.

Kam Drizzt Do’Urdens Erfolg wirklich so überraschend?

Übrigens drängt sich der Verdacht auf, dass der Erfolg von Drizzt Do’Urden für Autor und Verlag gar nicht so überraschend kam: Immerhin wird seine Persönlichkeit bereits in den Vergessenen Welten recht deutlich herausgearbeitet, so dass es nicht undenkbar erscheint, dass sein Erfolg durchaus bewusst geplant war, um einen Markt für ein Prequel zu der ersten Romanreihe mit ihm und seinen Freunden zu schaffen.

Ob hier nun tatsächlich bereit von Anfang an Marketing-Denken im Spiel war, spielt aber für den Lesegenuss keine Rolle. Natürlich sind die Vergessenen Welten samt Saga vom Dunkelelf und den weiteren Zyklen um Drizzt Do’Urden, seine Freunde und Feinde keine ganz große Literatur. Aber sie sind echte Schmöker, spannend und nicht ohne Niveau und Tiefgang: Die Charaktere sind keineswegs schwarzweiß oder gar holzschnittartig gezeichnet, sondern weisen unterschiedliche Schattierungen auf. Man blickt durchaus auch in das Innere der Charaktere, liest von Beweggründen, Konflikten und Gefühlen. Vor allem die Überlegungen von Drizzt Do’Urden werden ausführlich beschrieben. Das geht so weit, dass in späteren Bänden Abschnitte eingefügt sind, in denen er seine Gedanken in Form von fiktiven Aufzeichnungen darlegt und verrät was ihn im Innersten bewegt.

Bücher über Drizzt Do’Urden

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Jetzt ist er da, der Patch 3.2. Seit letzter Woche ist er auf den offiziellen Spielservern und erfreut die Herzen der WoW-Zocker. Neuer Content, ein paar kleinere Verbesserungen und Veränderungen am Interface und natürlich wieder Verbesserungen und Nerfs, von letzteren eher weniger.

argentum

Der World of Warcraft Patch 3.2 brachte allerhand nettes, aber auch wieder den üblichen Ärger mit den AddOns

Schönes und weniger Schönes

Der Zeppelin nach Donnerfels ist noch nicht dabei, das war zwar nicht klar, aber man musste damit rechnen. Schließlich hatte der Blizzard-Mitarbeiter seinerzeit in dem bekannten Posting im amerikanischen offiziellen Forum von gesagt: „in an upcoming Patch“, also etwa „in einem zukünftigen Patch“ oder „in einem der nächsten Patches“. Vorerst müssen die kleinen Tauren also weiterhin zunächst auf Schusters Rappen nach Orgrimmar reisen, wenn sie die große Welt sehen wollen.

Immerhin, das Argentum Kolosseum ist fertig und es gibt ein neues Schlachtfeld, die Insel der Eroberung. Und natürlich jede Menge neuen, alten Ärger: Auch wenn der Patchvorgang klappte kamen die üblichen Probleme mit den AddOns. Natürlich waren Sie zunächst wieder alle ausgeschaltet, so dass man „Veraltete AddOns laden“ aktivieren musste, um sich den Schaden zu besehen, der auch diesmal entstanden war und einen Bildschirm voller Fehlermeldungen zu genießen.

Zum Glück gab es noch am gleichen Abend bei Curse eine neue Version von Cartographer, so dass wenigstens dieses AddOn wieder einwandfrei funktioniert. Aber ein anderes meiner Lieblings-AddOns, QuestFu funzt bis heute noch nicht wieder.

Warum bitte muss Blizzard bei jedem größeren Patch mit konstanter Bosheit die komplette Programmierschnittstelle zerhauen? Man muss sich das einmal überlegen: LUA ist eine Programmiersprache und WoW hat dafür eine Schnittstelle. Und das Wesen einen Schnittstelle ist, dass die Interaktion darüber auch funktioniert. Sonst braucht man nämlich keine Schnittstelle. Und damit sie funktioniert, müssen auch bei Software-Updates die Spezifikationen gleich bleiben.

Leider keine Abstrafung möglich

Microsoft zum Beispiel leistet sich auch gerne einmal solche Stückchen: Beim Wechsel von Word für das alte Windows 3.1 auf Word für Windows 95 funktionierten die alten Makros nicht mehr. Ich arbeitete damals als Herausgeber von Loseblattsammlungen mit einer komplexen Dokumentenvorlage, die mit Word für Windows 95 unbrauchbar war. Die Technische Herstellung des Verlages brauchte bis Word 97, um alles wieder zu programmieren und so lange arbeiteten wir mit dem alten Word weiter. Der liebe Onkel Bill hatte sich damit ins eigene Fleisch geschnitten, denn natürlich wurden für die ganzen Autoren und Herausgeber keine Lizenzen für Word für Win 95 gekauft.

Anders ist das bei WoW: Abgesehen davon, dass man die Content Patches ja haben will, kann man nicht spielen, ohne auf dem neuesten Stand zu sein. Wenn dann die AddOns nicht mehr arbeiten, ist das nicht nur für die Spieler ärgerlich, sondern vegrätzt auch die Programmierer. Die schreiben die AddOns ja nicht für Geld, sondern aus Spaß an der Freude. Und der verwandelt sich ganz schnell in Frust, wenn Druck entsteht, bei jedem neuen Patch herauszufinden, was diesmal nicht mehr funktioniert und wie man es wieder auf die Reihe kriegt.

Das sollte sich Blizzard einmal überlegen, vor allem, da man das WoW-Interface ohne AddOns schlicht und ergreifend knicken kann: Ich jeden Falls hätte wohl schon lange die Lust am Spielen verloren, wenn ich keine Koordinaten hätte, nichts, das mir sagt, welches Item ich bei Platzmangel als erstes wegschmeiße, weil es am wenigsten wert ist, was mir ein neues Ausrüstungsstück bringt oder nicht bringt und so weiter.

AddOns sind schließlich keine Hacks sondern von Blizzard ausdrücklich vorgesehen. Sonst bräuchte es keine LUA-Programmierschnittstelle. Und daher sollten die Programmierer bei Blizzard auch dafür sorgen, dass nach einem Patch wenigstens in der Regel alle AddOns auch noch funzen.

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