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Archive for Januar 2011

Gerade hat ein Kommentator hier einen Link auf eine offensichtlich recht interessante Seite gepostet. Bei mmorpg-bob.com gibt es seitenweise Infos zu freien MMORPGs. Was die taugen weiß ich nicht, aber ich denke mal, dass sich das Stöbern auf jeden Fall lohnt. Bei so viel Stoff sollte wohl auch was dabei sein, das einem gefällt. Also: Wer gerne ein MMORPG zocken möchte, aber kein Geld dafür ausgeben will oder kann, sollte sich dort einmal umgucken.

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Viel hat sich auf Azeroth verändert: Nicht nur im Hügelland...


Wie ich hier bereits erwähnt hatte, habe ich nach mehrmonatiger WoW-Abstinenz zwischen den Jahren meinen Account reaktiviert und die dritte Erweiterung von World of Warcraft, Cataclysm installiert. Mittlerweile habe ich auch die ersten Schritte in der umgestalteten Spielwelt getan und erste Eindrücke gewonnen von der neuen alten World of Warcraft: Cataclysm, das muss ich leider sagen, gefällt mir nicht wirklich. Dabei sind es eigentlich nur ein paar Kleinigkeiten, die mir den Spaß an World of Warcraft Cataclysm verderben.

Nachdem ich mir vor einigen Wochen einen neuen Computer zugelegt hatte, installierte ich darauf auch wieder World of Warcraft. Cataclysm kam dann gleich nach dem ersten Start als Patch, denn der weitaus größte Teil der Erweiterung besteht ja aus Änderungen der Spielwelt – und damit großenteils aus dem Umbau von Gebieten, die auch für Spieler zugänglich sind, die World of Warcraft Cataclysm noch nicht installiert haben. Dass das Aufspielen des Patches natürlich wieder unglaublich lange gedauert hat, brauche ich hier ja wohl nicht zu erwähnen.

... und in den westlichen Pestländern...

Zunächst loggte ich mich jedoch noch nicht ein, da ich keine Lust hatte, eine Gamecard anzubrechen, nur um ein paar Blicke auf das Spiel zu werfen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war es dann aber so weit: Ich nahm mir die Zeit, fügte meinem Account 60 Tage Spielzeit hinzu und installierte anschließend World of Warcraft Cataclysm.

Generve mit den Talenten bei World of Warcraft Cataclysm

Als erstes unternahm ich ein paar Streifzüge mit meinen vorhandenen Chars. Natürlich musste ich mich wie üblich zunächst einmal darüber ärgern, dass beim Aufspielen von World of Warcraft Catclysm wieder einmal sämtliche Talente zurückgesetzt worden waren. Das geht zwar bei Änderungen am Talentsystem nicht anders, zumal bei so grundlegenden wie sie hier stattgefunden haben. Ärgerlich ist es aber allemal, denn zum einen muss man, anstatt loslegen zu können, erst einmal mit den Talentpunkten herumfummeln und zum anderen hat man die alte, oft mit viel Mühe ausgetüftelte Abstimmung seines Charakters verloren. Zu allem Überfluss sind dann auch noch die darauf abgestimmten und eingeübten Vorgehensweisen im Kampf entwertet. Anstatt in der gewohnten Weise mit seinem fetzigen Char loslegen zu können, muss man, wenn man wirklich Leistung haben will, erst einmal im Netz herumstudieren und sich über die Veränderungen schlau machen. Das ist das diametrale Gegenteil von dem, was sich vorstellt, wenn man sich in der geruhsamen Zeit zwischen den Jahren einmal wieder einloggt in World of Warcraft, Cataclysm installiert hat und ganz entspannt einmal sehen möchte, was sich so getan hat auf Azeroth.

... wo in Andorhal Neues aus den verseuchten Ruinen wächst.

Zu Nutz‘ und Frommen der Blizzardianer muss man allerdings auch sagen, dass sie den Mechanismus der Talentvergabe bei World of Warcraft Cataclysm entscheidend verbessert haben: Talentplaner sind jetzt weitestgehend überflüssig und ein falsch gesetzter Talentpunkt ist keine Katastrophe mehr: Man kann jetzt direkt in der Talentvergabe die Talentpunkte zunächst wie in einem Talentplaner beliebig setzen und löschen. Erst wenn man das hat, was man will, bestätigt man die Anordnung und nach einer Nachfrage, ob man sich auch wirklich sicher sei, werden die Talente endgültig gesetzt. Das, muss man sagen, ist ein gewaltiger Gewinn an Komfort.

Das neue, alte Azeroth von World of Warcraft Cataclysm

Ich setzte mich zunächst einmal noch nicht mit den Feinheiten des neuen System auseinander, sondern verteilte meine Talente bei den Chars, die ich hervorholte erst einmal ganz einfach nach grober Daumenpeilung. Dann ging es jeweils los auf Entdeckungsreise in der näheren und weiteren Umgebung der aktuellen Standorte der Chars.

Es gibt jetzt tatsächlich wieder allerhand zu entdecken in der World of Warcraft. Cataclysm brachte sehr viel neues Ambiente: Späherkuppe hat einen ganzen Haufen neue Gebäude bekommen und wird gerade mit einer Festungsmauer umgeben. Bei Alextons Bauernhof hat sich ein Loch aufgetan, über dem ein Wirbelsturm Bäume und Felsen herumsausen lässt. Alte Quests sind teilweise weggefallen oder wurden verändert und neue sind hinzugekommen. Die Bauersleute Brauenwirbel, die man früher als erstes traf, wenn man aus dem Wald von Elwynn nach Westfall kam und die einem die ersten Quest im neuen Gebiet gaben, sind samt ihrem Pferd Graumähne ermordet worden. Ihren Tod aufzuklären ist Gegenstand einer neuen Questreihe, die schließlich Schreckliches zu Tage fördert.

Eine der neuen Quests führt einen nun zu Kapitän Grausohn, der als Geist das Amt des samt seiner Familie von Murlocs ermordeten Leuchtturmwärters versieht und den man früher eher zufällig entdeckte. Anstatt der Ölfläschchen von den Erntegolems benötigt er jetzt Schluchtschlamm von den Schluchtschleimen, die in dem bereits erwähnten Loch bei Alextons Bauernhof herumsiffen.

Die Gnome haben jetzt in Gnomeregan ihr eigens Startgebiet

Neu hinzugekommen sind allerhand Flugpunkte: Bei Mondbruch etwa und bei Brauenwirbels Kürbishof in Westfall, aber auch in den anderen Gebieten: in Goldhain, im Holzfällerlager des Osttales, an neuen Orten im Schlingendorntal und so weiter. Das erspart Beinarbeit, so wie die zusätzlichen Friedhöfe, die es jetzt so wie die Flugpunkte auch, praktisch an jedem Hühnerstall gibt. Eine wirklich sinnvolle Erleichterung, denn die langen Fußmärsche früher waren keine positiv im Sinne einer Herausforderung empfundenen Erschwernis des Spiels, sondern nervten lediglich. Es ist tatsächlich viel gearbeitet worden an der World of Warcraft. „Cataclysm“ bedeutet so etwas wie „grauenhafte Überflutung“ und ist im Sinne der Hintergrundgeschichte zwar ein zerstörerisches Ereignis, hinsichtlich der Ausstattung der Spielwelt wurde jedoch mit der gleichnamigen Erweiterung – wie sich ja eigentlich auch leicht hatte denken lassen – mehr hinzugefügt als weggenommen: In Sturmwind etwa gibt es jetzt zwar ein paar beschädigte und zerstörte Gebäude, dafür sind aber ganz neue Dinge hinzugekommen. Auch in Andorhal in den westlichen Pestländern beispielsweise gibt es neue Gebäude bei den Ruinen – offenbar machen wir Fortschritte mit unseren Bemühungen, das Städtchen vom üblen Gelichter zu säubern. Allerdings gibt es auch Orte denen übel mitgespielt wurde: Süderstade etwa besteht nur noch aus Ruinen. Diese traurige Entdeckung machte ich, als ich mir den Flugpunkt dort wieder holen wollte, der wie ich dachte aufgrund eines Fehlers aus meiner Liste verschwunden zu sein schien. Die Felder des Hügellandes sind von bösen Mächten übernommen worden und wurden umgestaltet. Was mich persönlich besonders traurig macht, ist, dass ausgerechnet mein geliebtes Loch Modan sehr gelitten hat, was ich schon aufgrund der entsprechenden Szene im Trailer befürchtet hatte.

Neues auch in Westfall...

Gadgetzan liegt neuerdings direkt am Meer. Ob es wohl auch in Azeroth eine Klimaerwärmung mit Polkappenschmelze und steigendem Meerespiegel aufgrund eines Treibhauseffektes gibt? Wer daran wohl schuld ist? Die Venture Company mit ihren üblen Umweltfrevelei? Oder haben etwa die Tauren zu viel gepupst?

Die hier beschriebenen Änderungen sind natürlich lange nicht alles. Es ist lediglich eine Auswahl an Dingen, die ich bei ein paar Streifzügen entdeckt habe. Übrigens sind auch die Monster in den alten Gebieten oft schwächer geworden. Das liegt vielleicht daran, dass zusätzliche Gebiete entstanden sind: Wenn es insgesamt mehr Platz gibt und man neue Gebiete mit den stärksten Monstern bevölkert, kann man den Levelanstieg von Gebiet zu Gebiet gewissermaßen strecken und so Gebiete im mittleren Bereich früher zugänglich machen.

Ein neues spielbares Volk bei World of Warcraft Cataclysm: Die Worgen

Einer meiner Streifzüge führte meinen Ork-Hexenmeister Sinepinim auch in das neuerdings zugängliche Land Gilneas. Dieses existierte ja im Rahmen der Hintergrundgeschichte von WoW bereits vor World of Warcraft Cataclysm und wurde hinter dem Graumähnenwall angenommen. Jetzt kann man es tatsächlich auch betreten, allerdings nur bedingt.

Wenn man das toll gestaltete Gilneas mit einem "fremden" Charakter betritt, wirkt es wie ausgestorben

Wenn man mit einem Char vom Silberwald durch das Tor im Graumähnenwall nach Gilneas reist, wundert man sich zunächst: Ein toll gemachtes Gebiete ist hier zu finden, dessen Bewohner aber vollständig ausgestorben zu sein scheinen. Des Rätsels Lösung: Das Gebiet ist so eine Art instanziert, wie man das vom Startgebiet der Todesritter her bereits seit Wrath of the Lich King kennt: Die NPCs, die es bevölkern, sieht man nur, wenn man sich einen Worgen macht, für die Gilneas das Startgebiet ist.

Wie beim Todesritter auch, ist der Aufbau eines Worgen gewissermaßen als Spiel im Spiel gestaltet. Durchgespielt wird dabei die Geschichte des Überfalls der Verlassenen auf das Königreich Gilneas, die mit der Flucht der Gilneaten nach Darnassus und weiter an die Dunkelküste endet. Dort kann man dann in der üblichen Weise frei weiter questen und sich durch die Gebiete der Nachtelfen kämpfen. Ich verzichtete jedoch auf die Gastfreundschaft der Baumknutscher, weil mir weder Dunkelküste, noch das Eschental noch ihre Bewohner besonders gefallen und nahm das Schiff nach Sturmwind. Für den Wald von Elwynn ist man zu diesem Zeitpunkt – etwa Stufe 14 – bereits zu groß, so dass man dann gleich nach Westfall weiterreisen kann, was ich auch getan habe und was auch der Grund dafür ist, dass ich oben relativ viel über die Veränderungen in diesem Land schreiben konnte.

Sicherlich geht es den meisten so wie mir: Es gibt Gebiete die einem gut und andere, die einem weniger gut gefallen. Von der Landschaft her sind Loch Modan, das Hinterland, Grizzlyhügel und eventuell noch Nagrand meine Lieblingsländer. Hinsichtlich der Orte und Gebäude ist es seit Neuestem – Gilneas. Schade nur, dass es lediglich den Hintergrund für die ersten Stufen der Worgen bildet. Ich finde, so ist die offensichtliche Liebe, Kreativität und Sorgfalt, mit der die gilneatischen Gebäude gestaltet wurden, zu einem großen Teil für die Katz‘.

Doch wenn man sich einen Worgen erstellt...

Dabei würde es sich gerade aufgrund der Instanzierung von Gilneas und der Geschichte der Übernahme durch die Verlassenen als Questgebiet anbieten: Thema könnten die Bemühungen von Allianz und Horde sein, es zurück zu erobern bzw. dies zu verhindern. So könnten Quests und Stützpunkte für beide Fraktionen hier eingerichtet werden.

Ob das vielleicht so geplant ist? Sinnvoll und machbar wäre es und anbieten würde es sich auch. Warten wir also mal ab, was sich tut…

Das Leveln geht jetzt fix bei World of Warcraft. Wo man sich früher plagen musste, oft starb und weite Wege vom Friedhof zurück laufen musste, wie etwa bei den Murlocs und Gnollen im Rotkammgebirge, fallen jetzt die Monster wie die Fliegen um. Man kann sich mit dreien oder vieren gleichzeitig anlegen, was früher tödlich geendet hätte. Da und dort laufen jetzt in der freien Welt wieder Elite-Mobs herum, wie etwa die Ettins im Rotkammgebirge. Allerdings verdienen sie diesen Namen kaum: Man kann sie ohne größere Schwierigkeiten alleine töten, es ist im Prinzip nicht schwerer als bei herkömmlichem Mobs, die zwei vielleicht drei Stufen größer sind als der eigene Char.

Eine erste herbe Enttäuschung bei World of Warcraft Cataclysm

Schon nach kurzer Zeit hat man daher jetzt Lvl 20 erreicht. Bei meinem Worgen-Krieger war das heute Nacht der Fall. Zeit fürs erste Mount, weit über vier Gold klimpern in der Tasche und zwar nur aus gedroptem Bargeld und beim Händler verkaufter Beute. Nichts im Auktionshaus verkauft und auch beim Händler nicht alles, was ich erbeutet habe: Materialien, die eventuell noch brauchbar sein könnten und nicht seelengebundene grüne Items habe ich aufgehoben.

... sieht man, dass hier durchaus einiges los sein kann.

Ob das Geld reichen wird? Aber ja: Die einfache Reitfähigkeit kommt jetzt mit Level 20, der Besuch beim Reitlehrer ist überflüssig: Spricht man diesen doch an, weil man noch nicht mitbekommen hat, wie es jetzt läuft, steht da: „Bereits bekannt“.

Ein Reittier? Tja… Gibt es für Worgen nicht. Was für eine Enttäuschung, wenn man so wie ich, sich nicht vorher informiert hat: Statt einem netten Mount bekommt man als Worgen die Fähigkeit, sich auf lächerliche Art und Weise auf allen Vieren mit einer der jeweiligen „Reitfähigkeit“ entsprechenden Geschwindigkeit fortzubewegen.

Worgen? Nein Danke!

Was bitte hat sich Blizzard bei diesem „Geniestreich“ gedacht? Ich bin ja bekanntlich ein alter PvP-Fan. Soll ich jetzt zum Gespött der Leute auf allen Vieren durchs Arathibecken hampeln? Hinter Nachtelfen auf schicken Säblern und Hexenmeistern auf wuchtigen Teufelsrössern herhecheln? Mir „Komm her, Fiffi! Brav, Fiffi!“ und quäkendes Gelächter von Gnomen auf Roboschreitern anhören?

Es fehlt eigentlich nur noch ein Halsband mit Nieten und eine Nachtelfe im Domina-Outfit mit der Hundeleine in der Hand: Traut sich tatsächlich jemand in dieser Körperhaltung auf ein Schlachtfeld?

Es könnte ja noch angehen, wenn man sich bei Einsatz der „Wilde Hatz“ genannten „Reitfähigkeit“ der Worgen in einen schnittigen Wolf verwandeln würde. Aber nein: Es wird einem zugemutet, mit einem menschenartigen Körperbau auf allen Vieren daher zu krabbeln wie ein Verkappter mit Hundehalsband bei einer Domina.

Nein, danke! Auf einen Char, der beim „Reiten“ daher kommt, wie Ede Wolf nachdem Gevatter Bär und die drei Schweinchen ihn unter den Tisch gesoffen haben, kann ich verzichten. Schade, denn mit den Worgen ist Blizzard an sich ein sehr gut aussehendes Volk gelungen; aber für mich ist das Thema „Worgen“ so lange erledigt, bis Blizzard diesem Volk ein anständiges Mount spendiert.

Die zweite herbe Enttäuschung bei World of Warcraft Cataclysm

Auch die zweite Unverschämtheit war wohl schon vorher bekannt und ich wusste es nur nicht, weil ich mich in den letzten Monaten nicht mit WoW befasst habe und mich daher von World of Warcraft Cataclysm  fast vollkommen überraschen ließ. Bereits beim ersten Besuch mit meinem 80er Zwergenjäger Ommo hatte ich feststellen müssen, dass die Hauptstadtportale in Dalaran nicht mehr an ihren gewohnten Plätzen sind, was mich schon sehr wunderte.

Bis ich mich dann heute nach schlau machte, hegte ich noch ein gewisse Hoffnung, dass diese lediglich irgendwo anders hin verlegt worden wären. Doch diese Hoffnung trog: Blizzard hat diese Reisemöglichkeiten ersatzlos gestrichen. Dafür, so äußerte man sich dort bereits im Vorfeld, gäbe es dann ja auch Lehrer und Auktionatoren in diesen Städten.

Ein virtueller Schildbürgerstreich ersten Ranges: Keine Portale zu den Hauptstädten mehr in Shattrath und Dalaran

Angeblich soll  der Zweck der Übung sein,  dass die Hauptstädte in der alten Welt wieder attraktiver würden. Wie das funktionieren soll, erschließt sich mir jedoch nicht: Wenn es keine Portale mehr gibt und Lehrer und Auktionshaus in der Scherbenwelt und in Nordend verfügbar sind, warum bitte soll ich dann überhaupt noch  in eine der Hauptstädte der alten Welt reisen, wenn ich zwischen 60 und 80 in der Scherbenwelt und in Nordend unterwegs bin? Auch das Anmelden für ein Schlachtfeld erfordert mit dem neuen System ja keinen Besuch bei den Kriegsherren in den Hauptstädten mehr.

Die Realität gibt mir natürlich Recht: Eisenschmiede ist auch mit World of Warcraft Cataclysm ausgestorben wie eh und je, Darnassus ist nicht besser dran und in Sturmwind hat man ja auch früher immer einige Leute getroffen. Ein klassischer Schuss in den Ofen also. Dafür kann man jetzt nicht mehr so leicht seinen Mainchar zum Schutz von Twinks vor Gankern in einem niedrigeren Gebiet zum Einsatz bringen. Will man nicht jedesmal, wenn man einen anderen Kleinen spielt, seinen Main umständlich verholen, muss man  hilflos zusehen, wenn Leute mit Minderwertigkeitskomplexen ihre womöglich mit vom Hartz-4 abgesparten Geld beim Chinamann erstandenen und mit gekauftem WoW-Gold ausgerüsteten Levelcap-Chars in Low-Level-Gebiete schicken und dort kleine Chars ganken.

Gängelei und Nanny-Staat jetzt auch schon in virtuellen Welten?

Abgesehen davon: Wenn die Blizzardianer die alten Hauptstädte attraktiver machen wollen, sollten sie dort interessanten Content aufstellen. Im Übrigen bezahlen wir dafür, dass wir spielen dürfen, und da wird man doch wohl noch selbst entscheiden können, in welchem Teil der Spielwelt man sich aufhält, oder? Die fehlenden Portale sind daher eine unverschämte und unglaubliche Gängelei der Spieler! Gibt es davon nicht schon genug in der realen Welt? Braucht man jetzt auch schon in virtuellen Welten einen Nanny-Staat?

Übrigens bin ich mit der neuen Methode, mit denen Todesritter und Worgen ihre ersten Stufen durchleveln auch nicht wirklich einverstanden: Ich habe mir seit Erscheinen von WotLK genau einen Todesritter gemacht und auch wenn die Worgen nicht durch das fehlende Mount versaut wären, würde es wohl bei dem einen bleiben. Warum? Weil das Durchspielen der Geschichten einmal ganz lustig ist, ab dem zweiten Mal aber einfach nur noch öde. Ich habe hingegen ein ganze Anzahl anderer Chars, vor allem natürlich Zwerge, aufgebaut, ohne dass es langweilig wurde. Man kann nämlich hier das, was man bei früheren Chars gelernt hat – die Positionen von Questgebern, Materialien, die man später gebrauchen kann und dergleichen – anwenden, um das Leveln von Char zu Char immer schneller und effizienter zu gestalten und so zu optimieren. Das ist bei der „neuen Methode“ aber nicht möglich, da man hier stur eine Quest nach der anderen lösen und einen Ort nach dem anderen aufsuchen muss – was ich auch wieder als Gängelei empfinde. Genauso gut kann man sich nämlich auch durch die Level von PacMan oder sonst einem Uralt-Spiel daddeln, aus einer Zeit, als moderne MMORPG-Welten technisch noch nicht machbar waren.

Fazit

Was Technik und Gestaltung angeht, ist World of Warcraft Cataclysm nach allem, was ich bisher gesehen habe, wirklich gut geglückt. Die neuen Inhalte in den alten Gebieten bewirkten bei mir, dass sich World of Warcraft teilweise wieder ganz ähnlich „anfühlte“ wie in meinen allerersten Wochen auf Azeroth vor nunmehr bereits vier Jahren. Wie gesagt gefällt mir Gilneas besonders gut und auch die vielen neuen Gebäude und Örtlichkeiten in den anderen Gegenden lassen das Spiel gewinnen.

Allerdings versaut Blizzard diesen guten Eindruck von World of Warcraft Cataclysm erheblich und zwar mit der unsäglichen „Reitfähigkeit“ der Worgen und der Gängelei mit den entfernten Portalen in Shattrath und Dalaran. Ehrlich gesagt: Meine anfänglichen stillen Befürchtungen, mit World auf Warcraft Cataclysm könnte das WoW-Zocken wieder mehr von meiner Zeit ausfüllen, als genau genommen gut ist, sind zerstreut: Die unsägliche „Wilde Hatz“ der Worgen und die geklauten Portale haben mir den Spaß an World of Warcraft Cataclysm ordentlich verdorben.

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