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Illustration zur Dwergatal von Lorenz Froelich: Auch er stellte sich Zwerginnen offenbar ohne Bart vor (Klick ins Bild für höhere Auflösung)

Die Frage, ob Zwerginnen Bärte haben, ist ein beliebter Streitpunkt unter Fantasy-Fans. Auf Endom haben haben Sie keine, auf Azeroth, so sagte man mir, hätten sie eigentlich welche, aber die Designer des Warcraft-Universums hätten sie aus ästhetischen oder feministischen oder was weiß ich für Gründen in World of Warcraft weggelassen. Tolkien behauptet, dass die weiblichen Zwerge genauso aussähen wie die männlichen und auch in den vergesssenen Welten sind sie mit Gesichtspullovern ausgestattet. Die Zwerginnen aus Aventurien auf dem Planeten Dere hingegen haben wiederum keine und auch die ansonsten fürchterlichen Zwergenpüppchen aus Lineage nicht.

Zwei männliche Zwerge, ebenfalls von Lorenz Froelich

Hier ist noch ein recht alter Beleg: Die obere der beiden gezeigten Illustrationen zur Dwergatal, dem Teil der Völuspa, der sich mit den Zwergen befasst, stammt aus dem Jahre 1895 und von einem Künstler namens Lorenz Froelich. Der dachte sich die weiblichen Zwerge offenbar ebenfalls bartlos vor und stellte sie, finde ich, recht putzig dar. Allerdings haben sie bei ihm nicht so viel Holz vor der Hütt’n wie Richmodis, Rautgundis und ihre Schwestern auf Azeroth und Dere. Die Figur in der Mitte übrigens soll wohl sogar ein Zwergenkind sein. Alles in allem finde ich die Illustration, genauso wie die zweite mit den beiden männlichen Zwergen, wirklich nett und wollte sie Euch nicht vorenthalten.

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Dungeons & Dragons ist eines der Urgesteine in der Szene der Rollenspiele und auf seiner Welt, den Forgotten Realms setzen  mittlerweile auch schon einige Romanreihen auf, sowie auch Computerspiele wie Baldurs Gate und Neverwinter Nights. Und jetzt kommt Dungeons & Dragons als MMORPG auch nach Europa.

Gute Online-Spiele kosten meist Geld. Wer sich die Monatliche Gebühr für World of Warcraft, Warhammer Online, Age of Conan  oder eines der anderen MMOPRGs nicht leisten kann oder will, hat nicht so fruchtbar viel Auswahl. Das Spielen der gebührenpflichtigen Spiele auf Freeshards ist eine Möglichkeit, hat aber seine Tücken. Eine andere besteht darin, eines der kostenlosen MMORPGs zu wählen. Hier gibt es einige, wie zum Beispiel Runes of Magic, die durchaus Spaß machen, auch wenn man auf die normalerweise angebotenen kostenpflichtigen Sonderfeatures verzichtet, die es in der Regel gibt und die dafür sorgen, dass der Betreiber doch etwas verdient.

Auf diesem Weg können nun auch Freunde der Forgotten Realms, der  Vergessenen Reiche also, oder wie man im Deutschen manchmal auch liest, der Vergessenen Welten, diese Spielwelt in einem kostenlosen MMORPG virtuell betreten:  Seit einiger Zeit gibt es  Dungeons & Dragons: Eberron Unlimited in den USA als kostenloses MMORPG unter dem Namen Dungeons & Dragons Online. Demnächst wird man dieses Spiel auch in Europa spielen können. Der vorgesehene Starttermin ist der 20. August.

Als erstes wird die englische Version von Dungeons&Dragons Online in Europa und somit auch bei uns in Deutschland verfügbar sein. Gegen Ende des Jahres sollen dann Beta-Versionen von deutschen und französischen Lokalisierungen kommen. Ein kleiner Wermutstropfen also, man wird Dungeons&Dragons Online auch bei uns zunächst nur auf Englisch spielen können. Aber immerhin!

Als alter Fan von Bruenor Heldenhammer, Drizzt Do’Urden & Co bin ich nun natürlich gespannt darauf, wenigstens Teile der Welt in der diese Gestalten ihr Wesen treiben, einmal virtuell besuchen zu können. Deswegen werde ich mir das Spiel natürlich installieren und es ausprobieren, sofern es auf meiner alten 3GHz-Mühle läuft.

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Drizzt Do’Urden, der ungewöhnliche Dunkelelf, begegnet den Lesern das erste Mal in „Der Gesprungene Kristall“, dem ersten Band des Zyklus „Die Vergessenen Welten“. Zunächst ist er nur ein Mitglied der Truppe um Bruenor Heldenhammer, den bärbeißigen Zwergenkönig, der sein verlorenes Königreich sucht. Doch er kam – für den Autor R.A. Salvatore vielleicht selbst überraschend – sehr gut bei den Lesern an und so musste der Autor mehr über ihn erzählen.

drittersohn

Titel des ersten Bandes der Saga vom Dunkelelf: Der dritte Sohn - R.A. Salvator, Blanvalet Taschenbuch Verlag 2007 ISBN-10: 3442245621 ISBN-13: 978-3442245628

Als Mitglied der Truppe um den grummeligen alten Zwerg ist Drizzt zunächst nur eine mehr oder weniger gleichberechtigte Figur neben diesem, dem zwielichtigen Halbling Regis, Bruenors Adoptivtochter Cattie-brie, die ein Menschenmädchen ist und seinem Lehrling und Ziehsohn Wulfgar, dem jungen Barbaren. Zunächst ist nur wenig über ihn bekannt: dass er ein Dunkelelf ist, natürlich, und dass er jedoch mit der lasterhaft-bösartigen Lebensweise der Drow, der Dunkelelfen, nichts am Hut hat und als wohl einziger Dunkelelf edel gesinnt ist und nach dem Guten strebt. Natürlich hat er, da man ihn an seinem Aussehen überall als Vertreter der vielleicht gefürchtetsten Rasse von ganz Abeir-Toril erkennt, mit erheblichen Vorurteilen zu kämpfen.

Wo kommt Drizzt Do’Urden her?

Wohl, weil der Dunkelelf so gut bei den Lesern ankam und sie mehr über ihn wissen wollten, schrieb R.A. Salvatore als Prequel zu den Vergessenen Welten die Saga vom Dunkelelf. Hier erfährt man nun, wie es bei den Dunkelelfen zugeht, wo Drizzt genau herkommt und wie er zu dem feinen Kerl wurde, der die Herzen der Salvatore-Leser im Sturm eroberte. Man muss die Saga vom Dunkelelf nicht unbedingt vor den Vergessenen Welten lesen, da dies die früheren Leser auch nicht konnten, aber man kann es tun. Wer aber die Spannung erhalten und einige Geheimnisse um Drizzt Do’Urden erst lüften möchte, wenn er ihn bereits in den Vergessenen Welten kennengelernt hat, wird die Bücher in der Reihenfolge lesen, in der sie geschrieben wurden, statt streng chronologisch.

Drizzt wird in Menzoberranzan, einer schaurig-schönen Dunkelelfenstadt tief im Unterreich, fern der Erdoberfläche geboren. Die Dunkelelfen sind ein durch und durch verdorbenes Volk, welches der ekligen Spinnengöttin Lloth huldigt, die Spaß an mörderischen Ränken, üblen Intrigen und blutigen Familienfehden hat.

Eine saubere Gesellschaft…

Die Dunkelelfen oder Drow haben eine matriarchalische Gesellschaftsordnung, in den Häusern, also den Sippen oder Clans, herrscht jeweils eine Mutter Oberin und auch sonst haben die Männer den Frauen zu gehorchen. Die einzelnen Häuser haben ein Rangordnung und ein wichtiger Lebenszweck der Drow besteht darin, in dieser Rangordnung aufzurücken. Und zwar möglichst unter die ersten acht Häuser, weil die nämlich im Rat von Menzoberranzan vertreten sind und das Sagen in der Stadt haben.

Um in der Rangordnung aufzurücken gibt es nur ein Mittel: Man muss ein Haus auslöschen, welches über einem steht. Das ist zwar auch nach den Gesetzen der Drow eigentlich Mord, aber es wird toleriert – wenn kein einziges Mitglied des eliminierten Hauses übrig bleibt, das Anklage erheben kann. Gelingt die Auslöschung also vollständig, ist alles in Ordnung; andernfalls hat die Aktion üble Folgen für die Angreifer.

Knapp überlebt

Drizzt kommt als dritter Sohn des Hauses Do’Urden zur Welt und hat daher zunächst keine besonders hohe Lebenserwartung: Traditionsgemäß soll er als solcher der Spinnengöttin geopfert werden. Am Tag als Drizzt geopfert werden soll, führt das Haus Do’Urden eine Aktion gegen ein höher stehendes Haus durch und einer der beiden älteren Brüder von Drizzt bringt dabei den anderen um. Als dessen Tod im Haus bekannt wird, wird Drizzts Opferung abgeblasen, weil er nicht mehr der dritte Sohn ist.

Drizzt wird nun erzogen wie jeder andere Dunkelelfen-Bub auch: Er wird von seinen Schwestern nach Kräften gepiesackt und gedemütigt, lernt dann Waffenkunst und Magie in einer Art Bildungsanstalt für Drow. Seine richtige Ausbildung in Waffenkunst erlernt er aber bei Zaknafein, dem Waffenmeister des Hauses Do’Urden. Dieser ist auch sein leiblicher Vater, denn er war eine Zeit lang der Ehemann der Mutter Oberin, die ihn auch nach Ende der temporären Ehe noch ab und zu als Sex-Gespielen schätzte.

In Zaknafein schlummert bereits das, was sich später in Drizzt manifestieren soll: Er hasst die Lebensweise der Drow, weil er, wie Drizzt auch, ein Moralist ist. Bei den Kämpfen gegen andere Drow-Häuser ist er so erfolgreich, weil es ihm Freude bereitet, möglichst viele der ihm verhassten Angehörigen seiner eigene Rasse zu töten. Von ihm lernt Drizzt nicht nur den perfekten Umgang mit Waffen, sondern übernimmt auch seine Einstellung und entwickelt sie weiter.

In der Beschreibung von Drizzts Zeit in Menzoberranzan lernt der Leser übrigens auch weitere Personen kennen, die in späteren Geschichten aus den Vergessenen Welten vorkommen werden: Vor allem Jarlaxle Baenre, den zwielichtigen aber genialen und perfektionistischen Führer der dunkelelfischen Söldnertruppe Bregan D’aerthe. Zusammen mit Artemis Entreri, dem Meuchelmörder, den man bereits in den ursprünglichen Bänden der Vergessenen Welten kennenlernt, wird er in weiteren Geschichten dieser Reihe sogar selbst als Hauptfigur auftreten.

Ein Dunkelelf der anderen Art

Zunächst lebt Drizzt mehr oder weniger als ganz normaler Dunkelelf, auch wenn er im Kampf so ziemlich jedem anderen Drow überlegen ist und sich nichts aus deren Sex- und Drogen-Orgien macht. Nach Abschluss seiner Ausbildung tut er Dienst bei Patrouillen in der Umgebung von Menzoberranzan, wobei die Drow andere Bewohner des Unterreichs gnadenlos töten. Einer der Dunkelelfen hat eine Statuette, die ein Panther darstellt und mit deren Hilfe man Guenhwyvar, eine riesige magische Pantherin beschwören kann. Drizzt spürt, das diese Katze es, genauso wie er, hasst, die unschuldigen Bewohner des Unterreiches zu töten und freundet sich mit ihr an.

Als Drizzt das erste Mal zu einem heimtückischen und grausamen Überfall auf Mondelfen an die Oberfläche mit darf, vergeht er sich nach den Maßstäben der Drow schwer: Er rettet einem Elfenkind das Leben, indem er es unter dem Leichnam seiner Mutter versteckt. Lloth hat das mitbekommen und das Haus Do’Urden fällt bei ihr in Ungnade. Für das Versagen seines Sohnes tötet Oberin Malice Zaknafein und Drizzt flieht aus Menzoberranzan nachdem er die Statuette an sich gebracht hat, mit der man Guenhwyvar beschwören kann.

Drizzt muss sich nun mit Guenhwyvar als zunächst einziger Gefährtin im lebensfeindlichen und gefährlichen Unterreich durchschlagen. Die Pantherin kann aber nicht ständig bei ihm sein, da sie sich immer wieder auf ihrer eigenen Existenzebene erholen muss. Drizzt sieht sich gefährlichen Feinden gegenüber, muss ständig wachsam sein und wird im Laufe der Jahre selbst fast zu einem Monster. Schließlich findet er aber trotz des üblen Rufes seiner Rasse auch gute Freunde, von denen er manche wieder durch tragische Umstände verliert.

Drizzt will im Licht leben

Irgendwann beschließt Drizzt, an die Oberfläche zu gehen und im Licht zu leben. Mit eisernem Willen gewöhnt er sich an den hellen Sonnenschein, der für ihn wunderschön, zunächst aber auch furchtbar schmerzhaft ist. Schlimmer aber ist für ihn, dass man ihm auch hier überall mit Vorurteilen begegnet und ihn auch da verdächtigt, wo er Gutes getan hat.

Schließlich findet er aber auch hier einen ersten Freund: Der blinde Waldläufer Montolio ist weise genug, zu erkennen, was Drizzt wirklich ist. Er lehrt ihn seine Waldläuferkünste, gibt ihm in seinem Wäldchen ein erstes echtes Zuhause und vermacht ihm, als er stirbt, dieses Wäldchen. Ohne Montolio fühlt sich Drizzt dort jedoch nicht mehr wohl und zieht weiter. Er hat von Monty nicht nur viel über die Künste eines Waldläufers gelernt, sondern auch dessen Glauben an die Naturgöttin Miellikki angenommen, die seine Ideale verkörpert.

Drizzt sieht sich auch weiterhin Vorurteilen und Ablehnung gegenüber. Jedoch geht ein weiteres Mal ein Oberflächenbewohner ohne Vorurteile auf den abtrünnigen Drow zu: Das Menschenmädchen Cattie-brie, die ihre Eltern verloren hat und von dem raubeinigen, grummeligen Zwergenkönig Bruenor Heldenhammer adoptiert worden ist, lernt Drizzt kennen, ohne je etwas von seiner Rasse gehört zu haben, sieht in ihm also lediglich die Person, die er tatsächlich ist. Sie ist der Grund, warum Bruenor – man bedenke: ein sturer Zwerg – schließlich seine Vorurteile überwindet, Drizzt akzeptiert und sein Freund wird.

Damit ist dann auch die Geschichte erzählt, wie Drizzt Do’Urden zu der Gruppe kam, welche im Vergessene-Welten-Zyklus die haarsträubenden Abenteuer besteht, schließlich Bruenors verschollenes Zwergenkönigreich wiederfindet und mit Hilfe von Bruenors Sippe und anderen Freunden zurückerobert.

Kam Drizzt Do’Urdens Erfolg wirklich so überraschend?

Übrigens drängt sich der Verdacht auf, dass der Erfolg von Drizzt Do’Urden für Autor und Verlag gar nicht so überraschend kam: Immerhin wird seine Persönlichkeit bereits in den Vergessenen Welten recht deutlich herausgearbeitet, so dass es nicht undenkbar erscheint, dass sein Erfolg durchaus bewusst geplant war, um einen Markt für ein Prequel zu der ersten Romanreihe mit ihm und seinen Freunden zu schaffen.

Ob hier nun tatsächlich bereit von Anfang an Marketing-Denken im Spiel war, spielt aber für den Lesegenuss keine Rolle. Natürlich sind die Vergessenen Welten samt Saga vom Dunkelelf und den weiteren Zyklen um Drizzt Do’Urden, seine Freunde und Feinde keine ganz große Literatur. Aber sie sind echte Schmöker, spannend und nicht ohne Niveau und Tiefgang: Die Charaktere sind keineswegs schwarzweiß oder gar holzschnittartig gezeichnet, sondern weisen unterschiedliche Schattierungen auf. Man blickt durchaus auch in das Innere der Charaktere, liest von Beweggründen, Konflikten und Gefühlen. Vor allem die Überlegungen von Drizzt Do’Urden werden ausführlich beschrieben. Das geht so weit, dass in späteren Bänden Abschnitte eingefügt sind, in denen er seine Gedanken in Form von fiktiven Aufzeichnungen darlegt und verrät was ihn im Innersten bewegt.

Bücher über Drizzt Do’Urden

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