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Archive for the ‘Bücher’ Category


Greenwood+Die-Legende-von-Elminster-Der-Zauberkuss

Es gibt mehrere Schriftsteller, die Geschichten schreiben, welche in den Vergessenen Welten, den Forgotten Realms spielen. Meines Wissens sind jedoch nur zwei davon auf Deutsch zu haben. Neben dem wohl bekannteren R.A. (Robert Anthony) Salvatore ist das dessen Altersgenosse (beide sind wie ich auch 1959 geboren) Ed Greenwood aus Kanada. Von ihm habe ich die Pentalogie „Die Legende von Elminster“ ergattert, die genauso lesenswert ist wie die Geschichten um Bruenor Heldenhammer nebst Konsorten, Artemis Entreri und Jarlaxl, Danica und Cadderly.

Elminster, der spätere mächtige Zauberer, ist eigentlich ein Prinz von Athalantar. Seine bösen Onkel haben zusammen mit üblen Zauberern seinen Vater Elthryn, den rechtmäßigen Thronerben aus der Thronfolge verdrängt. Nun ist er nur noch ein einfacher Landadliger. Mit Elthryn und seiner Mutter lebt der junge Elminster in einem Dorf wo er in der elterlichen Landwirtschaft mitarbeitet. Eines Tages erscheint einer der bösen Zauberer auf einem Drachen, tötet Elminsters Familie samt allen anderen Dorfbewohnern und macht das Dorf dem Erdboden gleich. Elminster überlebt als einziger, da er mit der Schafherde außerhalb des Dorfes unterwegs war. Er findet das Schwert seines Vaters, das von seinem Großvater, dem legendären Inhaber des Hirschthrons von Athalantar, ererbte, sagenhafte Löwenschwert, und schwört Rache

Elminster trifft Gesetzlose, die aber in Wirklichkeit die letzten getreuen Recken des rechtmäßigen Königs sind und die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben haben, eines Tages wieder einen rechtmäßigen Thronfolger in sein Amt einzusetzen. Zunächst will er aber weder von der Magie – für die er offensichtlich begabt ist – noch vom Kriegertum etwas wissen und wird ein erfolgreicher junger Dieb in Hastarl, der Hauptstadt von Athalantar. Doch Mystra, die Göttin der Magie hat anderes mit ihm vor: Elminster ist nicht nur einer ihrer Auserwählten, sondern etwas ganz besonderes für sie. Und so findet der junge Prinz schließlich zu Mystra, die in zu einer ersten Ausbildung zu einem alten Elfen schickt, nachdem sie ihn vorher in ein Mädchen verwandelt hat. Dadurch soll sich sein Horizont erweitern, sein Verständnis für die Magie vertiefen und nicht zuletzt macht es ihn für seine Feinde unauffindbar.

Nach seiner Zeit bei dem Elfen bekommt Elminster seine männliche Gestalt zurück und wagt mit seiner alten Diebesbande und den getreuen Recken den Umsturz. Als der Sieg errungen ist, verzichtet er auf seinen Thron und setzt den Anführer der getreuen Recken als neuen König von Athalantar ein. Denn für Elminster geht es jetzt erst so richtig los: Er begibt sich auf einen langen Weg, um die Magie an den verschiedensten Orten und bei den unterschiedlichsten Leuten gründlich zu erlernen.

Wer wie bereits alles gelesen hat, was R.A. Salvatore über die Vergessenen Welten geschrieben hat, wird sich freuen, dort mit Ed Greenwoods Elminster noch ein wenig mehr erleben zu können. Und natürlich darüber, die Leseliste für die nun kommenden langen Abende einwenig aufzustocken. Genauso gut kann man aber auch zuerst die Romane von Ed Greenwood lesen, denn sie sind vollkommen unabhängig von Salvatores Büchern. Auf jeden Fall werden die Fans klassischer Fantasy-Welten wie Aventurien/Dere, der Shannara-, oder Drachenlanze-Welt sicherlich Freude an den Elminster-Geschichten haben. Zur ganz großen Literatur wird man sie sicherlich nicht zählen, aber solide, handwerklich gut gemachte Unterhaltung sind sie allemal.

Die deutschen Ausgaben der Elminster-Romane sind offenbar vergriffen, jedoch bis auf den Band 3 für verhältnismäßig kleines Geld im Netz – z.B. bei Amazon oder über ZVAB.DE – antiquarisch zu haben. Den Band 3 bekommt man ebenfalls, jedoch findet man ihn komischerweise kaum jemals unter 15 Euro.

Der Zauberkuss, 2002, ISBN 3-442-24223-1, The Making of a Mage, 1994
Die Elfenstadt, 2003, ISBN 3-442-24224-X, Elminster in Myth Drannor, 1997
Die Versuchung, 2006, ISBN 3-442-24240-1, The Temptation of Elminster, 1998
Im Bann der Dämonen, 2004, ISBN 3-442-24239-8, Elminster in Hell, 2001
Die Tochter des Magiers, 2006, ISBN 3-442-24380-7, Elminster’s Daughter, 2004

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Henrietta S. Panneke veröffentlicht hier ihren mehrbändigen Roman Weltenei vorab. Wie ich jetzt gelernt habe, nennt man diese Form der Publikation „Blook“. Der erste Band ist bereits als gedrucktes Buch und eBook erhältlich. Eine interessante Idee, die mir einen Eintrag in die Blogroll wert ist, zumal Henrietta mich auch verlinkt hat. Vielen Dank übrigens!

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Wenn es nicht so abgedroschen wäre, könnte ich jetzt sagen: „Und wieder ist ein Jahr vorbei…“. Tatsache ist jedoch,  dass Weihnachten – allerdings zum Glück nur äußerlich – für mich nicht so perfekt war wie 2010, da das Wetter nicht so mitspielte wie damals. Das Bild oben stammt übrigens vom damaligen Weihnachtsspaziergang auf der Alb. Wetter hin oder her – für Literatur und Spiele spielt es keine Rolle, ob der Winter toll oder weniger toll ist. Allenfalls wird man bei feuchtkaltem Schmuddelwetter sich noch lieber in der Leseecke oder hinter dem Zock-Compi verkriechen, als bei echtem, knackig kalten Winterwetter mit Schnee, Eis und Sonnenschein. Aber auch in einem Bilderbuchwinter, der einen tagsüber hinauslockt, sind die Abende lang genug zum Lesen und Spielen.   

Bücher…

Zu 2012 lässt sich sagen, dass der ganz große Fantasy-Boom vielleicht schon vorbei ist – und nicht erst seit dem abgelaufenen Jahr. Trotzdem tut sich einiges, vielleicht hat sich das Genre ja seinen Platz in der Welt der Literatur gesichert, so das die Liebhaber von Elfen, Orks und Zwergen vorerst konstant Nachschub an Lesestoff bekommen. Ich persönlich habe gerade eine weitere Trilogie von Licia Troisi angefangen – Die Schattenkämpferin“. Zuvor hatte ich den zweiten Band von Wolfgang Hohlbeins Chroniken der Elfen, „Elfenzorn“, der mir, nachdem mir der erste Band „Elfenblut“ sehr gut gefallen hat, ehrlich gesagt, wenig Lust auf „Elfentod“, den dritten Teil gemacht hat.

Endlich herausgekommen ist mittlerweile die Fortsetzung von Patrick Rothfuss „Der Name des Windes„. Da muss ich demnächst wohl auch gucken, dass ich mir das besorge. Zuvor werde ich mir wohl aber den zweiten und dritten Band von Frank Rehfelds Zwergentrilogie („Zwergenfluch, „Zwergenbann“ und Zwergenblut“) zu Gemüte führen, die ich auf dem Gabentisch gefunden habe. Sehnsüchtig warte ich auf einen weiteren Band von den insgesamt sieben, welche die „Zerrissenen Reiche“ von Thomas Plischke einmal umfassen sollen. Nach „Die Zwerge von Amboss“ und „Die Ordenskrieger von Goldberg“ hat mich auch „Die Halblinge des ewigen Hains“ in seinen Bann geschlagen. Leider herrscht aus dieser Richtung derzeit bereits seit längerem Funkstille, sowohl das Blog als auch die Homepage des Schriftstellers schweigen sich darüber aus. Ich hoffe doch, dass nicht der Verlag diese tolle Septologie klammheimlich hat sterben lassen…

… und Spiele

Was das Gamen angeht, bin ich in allerjüngster Zeit nicht zu viel gekommen: Zwischen den Jahren habe ich mich mal wieder mit dem 3D-Modellieren befasst und mich ein wenig in Blender 2.5 eingearbeitet. Zuvor habe ich mich, obwohl Einzelspieler-Rollenspiele ja nicht so mein Ding sind, ein gut Stück durch Drakensang gespielt, das mir immer noch aufgrund der wunderschönen Grafik ausnehmend gut gefällt. Deutsche Wertarbeit eben, da kann man den ganzen Manga-artigen Asienkrempel dagegen frohgemut in die Tonne treten.

Auch World of Warcraft kann sich grafikmäßig mehr als nur eine Scheibe von Drakensang abschneiden. Vor allem, was die Qualität der Darstellung angeht (es gibt tatsächlich auch runde Räder), als auch die Diversität der Gebäude und die Landschaftsformen. Über meine Eindrücke nach einem Jahr Cataclysm habe ich mich ja unlängst ausführlich verbreitet und auch meiner Genugtuung darüber Ausdruck gegeben, dass die Worgen jetzt auch ein einfach zu bekommendes Mount haben, auch wenn es offiziell nicht als Rassenmount bezeichnet wird.

Was nun ansteht, ist die nächste Erweiterung „Mists of Pandaria“, die ja wohl für dieses Jahr zu erwarten ist. Vielleicht schon recht bald, denn dem Vernehmen nach heißt die Blizzard-Firmenband bereits L90ETC . Bei mir hält sich, um ehrlich zu sein, die Spannung allerdings in Grenzen und ich befürchte weitere Änderungen in eine Richtung, die mir schon seit dem Todesritter nicht gefällt: Man nennt das offiziell wohl Phasing, ich empfinde es als Gängelung des Spielers, denn ich wähle meine Quests lieber selber aus einem reichhaltigen Angebot, anstatt mir eine bestimmte Vorgehensweise vorschreiben zu lassen. Das hatte ich nämlich bereits vor 25 Jahren zur Genüge und es ist auch mit ein Grund dafür, das ich nicht gerade der ganz große Fan von Einzelspieler-Rollenspielen bin.

Zum Schluss noch einmal zurück zu den Asien-Games: Ich habe da ein neues „World of Warcraft für Arme“ entedeckt und angespielt, das kostenlose MMORPG „Forsaken World“. Leider muss man sich, wenn man es spielen will, von der unsäglichen Steam-Plattform gängeln und ausspionieren lassen.  Was die Grafik angeht, ist Forsaken World auch wieder eines der Spiele, die sich die WoW-Macher einmal ansehen sollten: Vor allem auch, was die Gebäude angeht, sieht man, dass man heutzutage nicht mehr unbedingt mit lauter Versatzstücken arbeiten muss.

„Forsaken World“ kommt zwar von einem amerikanischen Hersteller, wird aber in China gemacht. Leider sieht man das nur zu deutlich: Während die als NPCs fungierenden Zwerginnen zwar eher lieblos gemacht sind, aber immerhin aussehen wie Zwerginnen, ist die Version für Spielercharaktere einfach unterirdisch. Sie erinnern an die Sorte Mädchen, die in den einschlägigen asiatischen Comics von Apparaten verrückter Wissenschaftler sowie Tentakeln und anderen Körperteilen ekliger Monster drangsaliert werden.. Schauderhafter sind nur noch die Zwerginnen aus Lineage II.

Zurück zum Neuen Jahr: Ich wünsche Euch allen, egal ober Ihr lieber spielt, das Lesen vorzieht oder – wie ich auch – das eine tut und das andere nicht lasst, ein glückliches und zufriedenes 2012 und natürlich auch immer Phat Lootz!

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Licia Troisis „Drachenkämpferin“ ist bereits der zweite Fantasy-Romanzyklus aus Italien, der mein Herz erobert hat. Der erste war Luca Trugenbergers „Wege des Drachen“. Mittlerweile liegen von der Astrophysikerin aus Rom noch weitere Bücher vor, die ich aber noch nicht gelesen habe. Der „Drachenkämpferin“-Zyklus, hat mir jedenfalls außerordentlich gut gefallen.

Licia Troisis Romane handeln von der aufgetauchtem Welt, die zur Zeit des Drachenkämpferin-Zyklus vom Tyrannen bedroht wird, einem bösen Zauberer und Feldherrn. Dieser hat sich in einem bereits 40 Jahre währenden Krieg bereits große Teile dieser Welt erobert. Für die noch freien Länder besteht immer weniger Hoffnung.

Die Story

Die Halbelfe Nihal wächst als Adoptivtochter des Waffenschmiedes Livon in der Turmstadt Salazan im Lande des Windes auf. Schon als Kind macht sie, anstatt mit den Mädchen zu spielen, lieber bei den Kampfspielen der Jungs mit. Sie kämpft mit ihrem Holzschwert besser als alle Jungs und wird daher zur Anführerin. Von ihrem Adoptivvater erhält sie schließlich ihre erste richtige Waffe, einen Dolch.

Als sie 13 ist, taucht auf einmal der ein paar Jahre ältere Sennar auf, ein Magierlehrling. Er fordert Nihal zum Kampf um ihren Dolch auf und gewinnt. Nihal ist erbost, aber Livon erklärt ihr, dass Sennar im Recht ist und tröstet sie schließlich mit einem ganz besonderen Schwert, das er für sie schmiedet.

Nihal will außer den Kampfkünsten auch ein wenig Magie lernen und kommt daher zu Livons Schwester Soana, einer Magierin, die am Rande des Bannwalds, nicht allzuweit von Salazar lebt. Auch Sennar lernt bei Soana. Er verhält sich ihr gegenüber, obwohl sie ihn zunächst gar nicht mag, kameradschaftlich und loyal. So werden die beiden schließlich doch Freunde.

Als Salazar von den Truppen des Tyrannen eingenommen wird, wobei Livon umkommt, beginnen die beiden, gegen ihn zu kämpfen: Sennar macht als Magier Karriere und wird sogar Mitglied des Rates der Magier. Nihal erstreitet sich die Aufnahme in die Akademie des Drachenordens und wird zum einzigen weiblichen Drachenritter. Den letzten Teil ihrer Ausbildung absolviert sie bei dem Drachenritter Ido, einem Gnom. (Jedenfalls wird der Ausdruck „Gnom“ verwendet, der Beschreibung nach scheinen die Gnomen in Licia Troisis Welt eher so etwas wie Zwerge zu sein). Ido, der zunächst gar nicht erfreut ist, dass ihm Nihal zur Ausbildung zugewiesen wird, schließt sie mit der Zeit dennoch ins Herz und wächst schließlich sogar in die Rolle ihres Vaters hinein.

Zunächst kämpfen Sennar und Nihal in eigenen Missionen gegen den Tyrannen, wobei sie aber immer zumindest in losem Kontakt bleiben. Die letzte große Queste schließlich gehen sie gemeinsam an: Nihals Bestimmung ist es, die freien Länder aus ihrer hoffnungslosen Lage zu befreien und in den Stand zu versetzen, die entscheidende Schlacht zur Vernichtung des Tyrannen zu gewinnen.

Meine Eindrücke

Licia Troisi ist mit ihrem Debüt eine wundervolle Geschichte gelungen, die sie wundervoll erzählt. Sie hat zudem eine Welt erschaffen, die sicher noch für viel weitere Geschichten gut ist, zwei weitere Zyklen hat sie ja bereits veröffentlicht.

Die „Drachenkämpferin“ liest sich sehr gut. In bewährter Manier wechselt Licia Troisi zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin und her und erhält damit die Spannung. Die einzelnen Charaktere sind sehr gut ausgebaut und verdienen diese Bezeichnung daher wirklich. Licia Troisi erreicht dies sowohl mit den Dingen, welche die Charaktere sagen als auch mit dem, was sie denken. Interessant am Rand auch, dass die Drachen hier als Reittiere und Kampfgefährten der Drachenritter positiv besetzt sind wie man das in der heutigen Fantasy-Literatur öfter einmal findet.

Alles in allem ist Licia Troisis Roman-Zyklus um die Drachenkämpferin Nihal wirklich lesenswert. Ein guter Tipp für Leseabende im Herbst und Winter – und natürlich auch für den Weihnachtstisch. Mittlerweile gibt es den Zyklus übrigens auch als Taschenbuchreihe.

Licia Troisi Die Drachenkämpferin – Im Land des Windes Heyne 2006 ISBN-13: 978-3453530287 Die Drachenkämpferin – Der Auftrag des Magiers Heyne 2007 ISBN-13: 978-3453532892 Die Drachenkämpferin – Der Talisman der Macht Heyne 2008 ISBN-13: 978-3453532892

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Ich lese ja hin und wieder auch mal etwas anderes als Fantasy. Vor einiger Zeit habe ich die Millenium-Trilogie von Stieg Larrson in die Finger bekommen und war hellauf begeistert. Gerade sehe ich, dass ich mit meiner Begeisterung für diese Story offenbar nicht der einzige Fantasy-Fan bin: Auf Fantasy and more wird der erste Band der Trilogie, „Verblendung“, besprochen und bekommt hier ebenfalls  eine gute Kritik. Wirklich sehr zu empfehlen!

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Lesenswerte Fantasy stammt beileibe nicht nur von Autoren aus dem angelsächsischen Sprachraum, auch wenn diese im Genre sehr stark vertreten sind. Mittlerweile werden auch in Deutschland und seinen Nachbarländern gute Fantasy-Geschichten geschrieben, zum Beispiel von Andrzej Sapkowski aus Polen.

Das Cover der DVD mit dem Kinofilm über Geralt von Riva den Hexer

 Natürlich springen uns bei der kontinentaleuropäischen Fantasy zunächst die deutschen Autoren wie Markus Heitz, Thomas Plischke oder Michael Peinkofer als erstes ins Auge, die ja beim derzeitigen Fantasy-Boom von sich reden machen. Mir persönlich gefallen aber auch die Bücher von Luca Trugenberger und Licia Troisi aus Italien (sollte ich hier wohl auch einmal vorstellen) und neuerdings ganz besonders Andrzej Sapkowski aus Polen.

Der Autor

Der 1948 geborene Andrzej Sapkowski ist eigentlich Wirtschaftswissenschaftler und arbeitete früher als Ökonom und Unternehmensberater. In den 80ern begann er zunächst als Übersetzer und dann auch als Autor bekannt zu werden. Besonders erfolgreich ist er mit seiner Gestalt des Geralt von Riva, einem Hexer, der sich seine Brötchen mit der Beseitigung von Ungeheuern im Kundenauftrag verdient. Neben zwei Bänden mit einzelnen Geschichten über Geralt  gibt es einen fünfbändigen Zyklus über den Hexer sowie einen Kinofilm, der auch als deutsche Synchronisation erhältlich ist und zwei Computerspiele (The Witcher I und II).

Der Held

Geralt von Riva wurde als Kind von Hexern entführt und mit unglaublich grausamen Methoden ausgebildet, die nur wenige überleben. Durch Tränke und dergleichen veränderte sich seine physiologische Struktur, was auch äußerlich, unter anderem an seinen weißen Haaren, erkennbar ist. Der eigentliche Effekt dieser Veränderungen ist jedoch eine unglaubliche Widerstandsfähig gegen Gifte, harte Umweltbedingungen und dergleichen. Selbstverständlich beherrscht Geralt auch jede Menge magischer Techniken für den Kampf gegen Monster und ist darüber hinaus ein exzellenter Schwertkämpfer.

Die Bücher

Angesiedelt sind die Geschichten über Geralt von Riva  in einer Fantasy-Welt der üblichen Art, in der in einem mehr oder weniger mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Ambiente unterschiedliche Rassen wie Menschen, Zwerge, Elfen und mehr in verschiedenen Staaten leben. Darunter natürlich auch jede Menge monströse und bösartige, denn sonst benötigte man ja keine Leute wie Geralt.

Was mir besonders an den Geschichten über Geralt den Hexer gefällt, ist der Schreibstil: Prall, kraftvoll, lebendig… Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, vielleicht ist Sapkowskis Stil ja das, was in Besprechungen gerne „atmosphärisch dicht“ genannt wird. Jedenfalls klasse zu lesen. Die Schreibe Sapkowskis erinnert mich an einen weiteren polnischen Schriftsteller, Sergiusz Piansecki, von dem ich „Der Geliebte der großen Bärin“ mit Begeisterung gelesen habe, einen Abenteuerroman über Schmuggler, der in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg im Grenzgebiet zwischen Polen und der Sowjetunion spielt.

In den Geralt-Geschichten steckt alles drin, was ich mir von guter Fantasy erwarte: Kämpfe, Gruseliges, Heroisches – und nicht zuletzt auch ein kräftiger Schuss Humor. Einfach toll zu lesen, einfach unbedingt zu empfehlen!

Außer den Hexer-Geschichten ist von Andrzej Sapkowski auch eine im Mittelalter spielende Romantrilogie auf Deutsch erschienen, in die ich aber noch nicht hineingeguckt habe. Damit ich hier nicht die ganzen Bücher aufzählen muss, verweise ich einfach auf die deutschsprachige Hexer-Website, wo sich eine Liste mit Titeln, ISBN etc. befindet. Bestellt aber möglichst nicht direkt, sondern bei Eurem Buchhändler an der Ecke, denn der muss auch leben.

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Irgendwann kamen die Sternenleute in die Welt, schwangen sich zur adeligen Kaste auf und begannen die Hüttenleute zu beherrschen. Auf einer Jagd kommt der Graf, der über Durriks  und Pedrins Heimatstadt herrscht, samt der ganzen Jagdgesellschaft auf unerklärliche Weise ums Leben. Nur sein Sohn und Erbe, der junge Graf Sigismund überlebt, liegt aber seither in einem unerklärlichen Tiefschlaf.

 

Sein Onkel, der böse Lord Zavion gibt vor, Sigismund mit Hilfe der Sonne, deren Kraft er mit dem Gläsernen Turm einfangen will, am Mittsommertag aufwecken zu wollen. In Wirklichkeit jedoch versucht er ihn zu töten um die Macht zu übernehmen.

Der Versuch misslingt und Durrik und Pedrin können das Schlimmste verhüten. Durrik spricht eine Prophezeiung aus, die er zunächst weder selbst versteht noch erklären kann, warum er sie machen konnte. Durrik der Sohn des angesehenen Stadtausrufers und sein Freund, der arme Halbwaise und Ziegenhirte Pedrin hatten zuvor beim Bau des Gläsernen Turmes fronen müssen und waren dabei unangenehm aufgefallen: Weil Durrin gehbehindert ist, war er der Arbeit nicht gewachsen. Pedrin versuchte ihm so gut es ging zu helfen und beide zogen so den Zorn der Aufseher auf sich.

Nun müssen sie flüchten um der Einkerkerung durch die Schergen des bösen Lord Zavion zu entgehen. Sie beschließen, die Erlrune aufzusuchen, die tief im Wald lebt, denn von ihr war in Durriks Prophezeiung die Rede. Zusammen mit Pedriks beiden Ziegen machen sie sich auf den Weg.

Auch Lisandre, die Schwester Sigismunds flieht vor dem bösen Lord Zavion aus dem Schloss. Ihre Zofe Briony, welche die wundersamsten Dinge aus Fäden und Geweben herstellen kann, flieht mit ihr und begleitet sie. Schon bald treffen die beiden Mädchen mit den beiden Jungs zusammen und die vier beschließen, gemeinsam die Erlrune zu suchen.

Lisandre, die nichts als das höfische Leben kennt, kommt im Wald denkbar schlecht zurecht. Die gutherzige Briony versucht ihr, das Leben zu gut wie möglich zu erleichtern und vermittelt auch immer wieder, wenn Lisandres Zickigkeit den Zorn des raubeinigen, geradlinigen Pedrik erregt, dem die Härten des Marsches nicht viel ausmachen, weil er es gewöhnt ist, mit der Natur zu leben.

Nach einer Weile stößt ein Flutrotschimmel zu den beiden, ein Wildwesen, das sowohl die Gestalt eines alten Mannes mit grantigem, aber unverwüstlichen Humor als auch die eines Pferdes annehmen kann. Als sich ihnen dann auch noch die Tochter eines Räubers zugesellt, begreifen sie langsam, dass in Durriks Prophezeiung von ihrer Gruppe die Rede ist: Gemeinsam müssen sie die Erlrune finden, die ihnen hoffentlich mit dem zunächst noch unklaren Teil der Prophezeiung weiterhelfen wird und herausfinden, wie sie Sigismund aufwecken, den bösen Lord Zavion unschädlich machen und für ein friedliches Zusammenleben der Sternen- und Hüttenleute sorgen können. Doch nicht nur im Wald lauern die unterschiedlichsten Gefahren, auch der üble Lord und seine Schergen sind den Kindern auf den Fersen…

Eigentlich ist Der Sternenbaum, eine Art modernes Märchen, wohl in erster Linie für größere Kinder und Jugendliche gedacht. Aber auch als Erwachsener wird man es gerne lesen. Eine originelle Handlung mit überraschenden Wendungen, eine flüssige Erzählweise und Spannung bis zum Schluss lassen das Buch nicht langweilig werden. Zusätzliche Farbe bekommt die Geschichte durch die Konflikte die sich aus Lisandres Zickigkeit und den etwas gewöhnungsbedürftigen Eigentumsbegriffen der Räubertochter ergeben und die Art,wie die Kinder sie immer wieder lösen.

Kate Forsyth
Der Sternenbaum
Taschenbuch, 477 Seiten
Blanvalet September 2004
ISBN-10: 344224286X
ISBN-13: 978-3442242863

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