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Posts Tagged ‘Herr der Ringe’


Wenn es hier auf meinem Blog um Spiele geht, sind das ja meist Fantasy-Computerspiele. Man darf aber doch auch ruhig auch einmal über seinen Tellerrand hinausgucken, zumal es im Fantasy-Bereich ja neben den Computer-, Tabletop- und Pen&Paper-Spielen auch das eine oder andere Brettspiel gibt. Z.B. „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ aus dem Kosmos-Verlag, das Spiel zum Film, der ja jetzt in die Kinos gekommen ist. 

Wer den Film und/oder das Buch kennt, weiß, dass es da zunächst einmal auf eine lange und gefährliche Reise geht, auf die der Zauberer Gandalf den Hobbit Bilbo zusammen mit den Zwergen schickt. Um diese Reise geht es auch im Spiel. Man muss die Geschichte jedoch nicht unbedingt kennen, um Spaß an dem Spiel zu haben. Es geht vor allem darum, Bilbo auf seiner Reise durch geschickte Spielzüge zu unterstützen, ihm auf seinem Weg weiter zu helfen und ihn vor Gefahren zu beschützen.

Das Besondere an dem Spiel ist, dass die bis zu vier Mitspieler nicht gegeneinander spielen. Sie wirken vielmehr zusammen, um gemeinsam den Hobbit ans Ziel zu bringen. Dazu spielt jeder Spieler zwei Zwergenfiguren, die er mit Hilfe eines Würfels und verschiedener Karten marschieren lässt. Nach jedem Spielzug sind zwei Karten zu ziehen, die verschiedene Aktionen des Spielers ermöglichen, Wendungen im Spielverlauf herbeiführen und vor allem auch immer wieder den Hobbit auf seinem Weg voranbringen. Ähnliche Karten sind auch zu ziehen, wenn man auf bestimmte Felder gelangt. Ab und zu lässt eine Karte auch den ominösen Orkstein ein Feld auf seinem Weg weiter ziehen. Gelangt er auf bestimmte Felder, wird die vorderste Spielfigur gefangen genommen und muss dann mit der Thorin-Karte oder einer ausreichenden Punktzahl aus Kampfkarten von einer der Zwergenfiguren befreit werden. Erreicht der Orkstein das Ende seines aus zwölf Feldern bestehenden Weges, bevor der Hobbit und von jedem Spieler eine Zwergenfigur ihr Ziel erreicht haben, ist Bilbo – und mit ihm die Spieler – gescheitert. Damit das nicht gar so leicht passiert, ist auch Gandalf auf dem Spielfeld unterwegs und hilft in gewissen Situationen.

Auf den ersten Blick erscheinen die Regeln des Spieles ein wenig verzwickt, aber wenn man erst einmal angefangen hat zu spielen, findet man sich recht schnell zurecht. Richtig gut wird es, wenn man nach und nach herausfindet, wie man mit den anderen Spielern zusammenarbeiten, sich über den Einsatz der unterschiedlichen Karten absprechen und so mit einer gemeinsamen Taktik das Ziel erreichen kann. Da während des ganzen Spieles der Orkstein jederzeit von einer der aufgedeckten Karten ein Feld weiter bewegt werden kann und irgendwann sein Ziel erreicht, bleibt das Spiel bis zum Schluss spannend, zumal auch die Spieler, die bereits eine ihrer Figuren im Ziel haben, mit der zweiten weiterhin dem Hobbit und den anderen Spielern helfen können.

Insgesamt ist der Hobbit ein gut durchdachtes Spiel, das nicht zuletzt auch sehr hübsch gestaltet ist und nicht zuletzt durch die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit  für viel gemeinsamen Spaß sorgt. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht oder für sich selbst nach einem Spiel für die bevorstehenden Feiertage, Winterabende und -wochenenden, sollte sich „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ von Kosmos unbedingt ansehen.

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Ich hatte die scheinbar unendliche Geschichte um die Verfilmung von Tolkiens „Der Hobbit“ ja in letzter Zeit ein wenig aus den Augen verloren. Um nicht zu sagen: Ich habe schon länger nicht mehr daran gedacht. Mittlerweile ist die Sache aber offensichtlich doch in die Gänge gekommen. Nachdem im Frühjahr nun tatsächlich die Dreharbeiten begonnen haben, wird jetzt auch schon ein Termin für die Fertigstellung des ersten Teils genannt: Gegen Ende nächsten Jahres soll der Film in Neuseeland uraufgeführt werden. Eine Quelle sagt sogar, dass er am 13. Dezember 2012 in Deutschland anlaufen soll.

Ein Teil der Dreharbeiten soll, wie es hieß, auch in Deutschland stattfinden, unter anderem im Schwarzwald. Die dichten Fichtenwälder dort eignen sich gut für die Szenen im Düsterwald, während es in Neuseeland nichts passendes dafür gibt.

Wie zu hören ist, soll es auch schon bald einen ersten Trailer geben. „So um Weihnachten herum“ würde der wohl kommen, verriet Andy Serkis, der wieder Smeagol alias Gollum spielt. Wenn die beiden Hobbit-Filme so gut werden wie die Verfilmung der drei Ringe-Romane, werde ich wohl fünf statt wie bisher drei Lieblingsfilme haben.

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Ein Tolkien-Fan auf Borkum
Dachte, es gehe dort ein Ork um
Der nicht zu vertreiben
Daher konnt‘ er nicht bleiben
Und übersiedelte rasch nach Workum.

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Auch dieses Jahr veranstaltet die Deutsche Tolkien Gesellschaft e.V. wieder einen Tolkien Tag am Niederrhein. Diesmal findet das Ereignis unter dem Motto „Zu Gast in Elronds Haus“ im Herrenhaus Steprath in Geldern statt und zwar am 29. und 30.05. 2010, also am Wochenende nach Pfingsten.

Ob das Herrenhaus Steprath tatsächlich einmal Elronds Haus war?

Was wohl sonst noch keiner weiß: Wie die Tolkien Gesellschaft mitteilt, war das Haus Steprath vermutlich in uralten Zeiten einmal Elronds Haus in Imladris oder Bruchtal, wie die Menschen es nannten. Die Tolkien Ggesellschaft dazu weiter: „Dieses Haus war, wie Bilbo schon vor langer Zeit berichtet hatte, ein vollkommenes Haus, ob du nun essen oder schlafen möchtest, Geschichtenerzählen und Gesang gern hast oder am liebsten nur sitzen und nachdenken willst, oder eine schöne Mischung von allem vorziehst‘. Das bloße Dortsein genügte, um Müdigkeit, Furcht und Traurigkeit zu heilen.“

Auch diesmal gibt es beim Tolkientag am Niederrhein wieder viel Spaß und Informationen zu J.R.R. Tolkien und Mittelerde

Wie schon beim letzten Tolkien Tag am Niederrhein gibt es ein buntes Programm für Fans von J.R.R. Tolkien, seinem Roman „Der Herr der Ringe“ und seinen anderen Werken: Unterhaltsames, Informatives und Wissenschaftliches wird mit Vorträgen, Lesungen Workshops dargeboten. Vom Bogenschießen über die lebendige Darstellung des Lebens in Mittelerde und Spielen bis zu Ausstellungen reicht die Palette der Aktivitäten mit der der britische Erfolgsautor J.R.R. Tolkien und seine Welt den Besuchern nahe gebracht werden.

Fakten:

Tolkien Tag Niederrhein 2010

29. und 30.05. 2010 (Wochenende nach Pfingsten)
Herrenhaus Steprath
Am Bröckelken 35
47608 Geldern
Deutschland

Eintrittspreise:
Tageskarte: 3 €
Wochenendkarte: 5 €
Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt

Quelle: Tolkien Gesellschaft Ortsgruppe Linker Niederrhein

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Am ersten Wochenende im Juni, am 06. und 07.06. 2009 findet in Geldern am Niederrhein eine hochinteressante Veranstaltung statt: Die Deutsche Tolkien Gesellschaft lädt ein zum 30. Tolkien Tag der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V. und damit zur ersten seiner Art am Niederrhein Mit von der Partei sind einige hochkarätige Persönlichkeiten aus der deutschen Fantasy-Szene, die zusammen mit vielen weiteren Helfern für ein abwechslungsreiches und reichhaltiges Programm sorgen.

tolkientag

Saurons Dunkler Turm: Der Gelderner Wasserturm als Barad-dur (Fotomontage von Stefan Loeker)

Am Samstag von 11.00 h bis 20.00 h und am Sonntag von 11.00 h bis 16.00 geht es in und um den Gelderner Wasserturm gleich dreigleisig zur Sache: Sowohl in und um den Turm, als auch in einem Eisenbahnwagen werden eine Vielzahl von Programmpunkten geboten, die das Herz jeden Tolkien-Fans höher schlagen lassen.

Für das ganze Wochenende übernimmt Sauron die Herrschaft über den Gelderner Wasserturm, der für diese Zeit zu Barad-dur werden wird. Dabei wird eine bunte Mischung, aus Workshops, Spielmöglichkeiten, Vorträgen und noch mehr geboten, bei der jeder Fantasy-Begeisterte auf seine Kosten kommen dürfte.

Mit von der Partie ist Dr. Helmut W. Pesch, der bekannte Tolkien-Experte und -Übersetzer, Fantasy-Autor und -Illustrator. Er wird einen Vortrag über das Elbische mit anschließendem Workshop halten. Dr. Christoph Weichmann gibt eine Einführung in das Silmarillion und Myk Jung liest aus seiner Tolkien-Parodie „Der Herr der Ohrringe“.

Auf dem angrenzenden Sportplatz gibt es während der ganzen beiden Tage einen Workshop im Bogenschießen, dazu besteht die Möglichkeit, die gängigen Tolkien-Brettspiele zu spielen und zu lernen, wie man Met braut. Weitere Vorträge, eine Ausstellung verschiedener Künstler und noch einiges mehr runden die vielversprechende Veranstaltung ab.

Links:
Deutsche Tolkien-Gesellschaft
DTG OG Niederrhein
Tolkien Tag

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Auf den ersten Blick sind Fantasy-Welten nichts weiter als Traumwelten ohne viel Bezüge zur Realität. Schließlich können sich die Entwickler solcher Universen im Prinzip ausdenken was sie wollen – sollte man zumindest meinen. Offenbar existieren aber gewisse Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich Weltenentwickler richten müsen, wenn ihre Welt glaubwürdig erscheinen soll. Ausgedachte Welten können in Bezug auf gesellschaftliche Zustände sogar so realistisch werden, dass sie Soziologen oder Politologen als Forschungsobjekt dienen können.

Reale Vorbilder

In der Tat wird man in den meisten Fällen bei Fantasy-Völkern Gesellschaftsformen, Denkmuster und Verhaltensnormen finden, die menschlichen Weltanschauungen und Gesellschaftsformen entnommen sind. Am einfachsten ist das bei den Menschen. Wenn, wie das typischer Weise der Fall ist, eine Welt in ihren Grundzügen mittelalterlich ist, liegen die möglichen Gesellschaftsformen menschlicher Völker praktisch schon fest:  Entweder leben sie in basisdemokratischen Stammesstrukturen nach Art der Germanen oder bereits in einer feudalistischen Gesellschaft bzw. auf einer Zwischenstufe der Entwicklung der einen zur anderen Form des Zusammenlebens.

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Rollenspielwelten lehnen sich häufig an das Mittelalter oder die frühe Neuzeit an: In den heulenden Bergen in Taborea, der Spielwelt von Runes of Magic

Auch Zwergen geben Weltentwickler nicht nur ein ganz charakteristisches Äußeres und eine ganz typische Mentalität mit, sondern auch eine ihnen eigentümliche Gesellschaftsform: Sie leben in Sippen oder Clans zusammen, wobei für sie Traditionen eine wichtige Rolle spielen. Man könnte sich durchaus vorstellen, dass die strengen Regeln und die hohe Bedeutung der Gemeinschaft als Gegengewicht fungiert zur typisch zwergischen Gier nach edlen Metallen und Steinen sowie zu dem ihnen ebenfalls eigenen Hang zur Gewalttätigkeit.

Personen und Unpersonen

Elfen und ihre Kultur tragen ebenfalls ganz typische Züge, die einem in vielen Welten begegegnen: In der Regel sind die liberal und tolerant, naturverbunden sowie moralisch hochstehend. Die bösen Rassen der klassischen Fantasy hingegen zeichnen sich in aller Regel dadurch aus, dass sie im Grunde gar keine eigene Form des Zusammenlebens haben, zumindest keine höher entwickelte. Typischerweise leben die Exemplare, um die es in der jeweiligen Geschichte geht  in einer Art militärischen Ordnung, die ihnen von dem jeweiligen Bösewicht gegeben wurde, der sich ihrer bedient. Sie sind im Grunde Unpersonen, reine Fieslinge ohne irgendwelche menschlichen Züge. Deswegen dürfen Menschen, Zwerge und Elfen sie auch in großer Zahl zerhacken, durchbohren und erschlagen, ohne deswegen irgendwelche moralische Bedenken haben zu müssen.

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Eine für meine Begriffe etwas seltsame, fernöstliche Interpretation des Europäischen Mittelalters: Dvarven Village in Aden, der Spielwelt von Lineage II

Allerdings gibt es  in der moderneren Fantasy-Literatur auch schon Ansätze zu einer anderen Denkweise:  Herr Perry, der Wurrling aus Dennis McKiernans „Zwergenzorn“, hat zum Beispiel Probleme damit, als Held angesehen zu werden. Er kann nicht stolz auf seine Taten sein.  Schließlich seien die Rukhs und Hlöks, die ork- oder goblinartigen Unholde, die bei der Rückeroberung von Kraggen-Cor vernichtet wurden, doch auch lebende Kreaturen gewesen.

Standards und Neuentwicklungen

Neben den „Standardvölkern“, wie Zwerge, Menschen und Elfen, die im Grunde von J.R.R Tolkien vorgegeben wurden, gibt es aber auch Völker, die  für bestimmte Welten neu erdacht wurden und daher den jeweiligen Entwicklern große Freiheiten bei der Gestaltung lassen. Die Drow oder Dunkelelfen in den vergessenen Reichen sind ein Beispiel für ein solches Volk. Sie stellen die konsequent weitergedachte Form einer Ellenbogengesellschaft dar, in der jeder nur an seinen eigenen Vorteil denkt und das Ruinieren, Meucheln oder Foltern – am besten noch über den Tod hinaus – von Mitgeschöpfen der eigenen oder anderen Artenabsolut nicht verwerflich ist, ja sogar  zum guten Ton gehört.

Nicht nur neu erfundene Rassen geben den Weltenentwicklern Spielraum für ihre Kreativität: Einige bei Tolkien noch als böse und als Unpersonen dargestellte Völker sind mittlerweile aufgewertet worden. Das gab natürlich Raum für Kreativität, denn nun mussten diese Burschen ja Eigenschaften bekommen, vor allem eine halbwegs akzeptable Mentalität und so etwas wie eine Kultur.

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Vom Mordgesindel zum kulturschaffenden Volk: Bei den Warcraft-Orks muss es natürlich auch weibliche Exemplare geben

Zum Beispiel haben die Orks eine ganz erstaunliche Karriere gemacht. Das liegt zum erheblichen Teil wohl auch daran, dass sie mittlerweile als Charaktere in Rollenspielen von Spielern gespielt werden. Dazu müssen sie einigermaßen akzeptable Eigenschaften aufweisen, denn wohl kaum jemand wird sich mit einer seelenlosen Unperson identifizieren wollen. Die Warcraft-Orks zum Beispiel sind ein gut gelungenes Beispiel: Rauhbeinig, etwas einschichtig aber vor allem ehrenhaft. Ganz ähnlich kommen auch die Orks von Stan Nicholls daher, während Morgan Howell sie noch einmal anders interpretiert: Sanfte Riesen, die lediglich aufgrund magischer Tricksereien eines Bösewichts als Kampfmaschinen missbraucht werden.

Problematiken aus der realen Welt

Beklemmend realistisch stellt David B. Coe in den Chroniken von Amarid die Staaten von Lon-Ser dar. Mit ihrer hochentwickelten Technik, ihrer Umweltzerstörung und ihren alles beherrschenden Verbrecherorganisationen, die Staat und Wirtschaft komplett durchdrungen haben, erinnern sie auf unheimliche Art und Weise an die USA. Vielleicht eine kaum verschlüsselte Warnung, was aus aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten schon bald werden könnte? Auf jeden Fall kann man auch diese Welt als eine Art Gedankenexperiment auffassen, das zeigt, wohin sich eine Gesellschaft unter bestimmten Umständen entwickeln kann.

Umweltzerstörung in der Warcraft-Rollenspielwelt Azeroth: Wo die Venture-Company hinlangt, wächst buchstäblich kein Gras mehr

Umweltzerstörung in der Warcraft-Rollenspielwelt Azeroth: Wo die Venture-Company hinlangt, wächst buchstäblich kein Gras mehr

In diese Richtung geht auch das Zwergenreich der Zerrissenen Welten, das der Leser  im ersten Band dieser Reihe, „Die Zwerge von Amboss“, kennenlernt: Hier werden ganz deutlich die Probleme der realen Welt thematisert: Arbeitslosigkeit, Fremdenfeindlichkeit, Werteverlust und Machtkonzentration. Sicherlich ist die Verpackung in ein Fantasy-Ambiente eine künstlerische Möglichkeit, auf solche Dinge hinzuweisen und sie Lesern nahe zu bringen, die einen herkömmlichen gesellschaftskritischen Roman nicht in die Hand nehmen würden. Das gilt übrigens auch für die Romane über Harry Potter: Mit den Problemen, die ein ausländischer Mitarbeiter und zugewanderte Schüler in einem Internat der realen Welt mit den alteingesessenen haben, würde man keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Wenn aber ein Halbriese und nicht reinrassige Zauberer in einem Zauberer-Internat Schwierigkeiten mit der Intoleranz der Traditionalisten haben, ist das etwas ganz anderes.

Witz und Ironie

Lustig, aber durchaus positiv kommen die Tauren aus dem Warcraft-Universum daher: Sie lehnen sich äußerlich und innerlich deutlich an die – oft vielleicht ein wenig idealisierte – Kultur der nordamerikanischen Indianer an. Typisch für die Tauren ist ihre Naturverbundenheit, ihre Verehrung der Erde und ihr Respekt vor dem Leben. Diese Denkweise verbindet sie mit den Nachtelfen, die ganz ähnliche Ideale haben und mit denen sie auch in verschiedenen Umwelt- und Tieschutzorganisationen zusammenarbeiten.

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Da kann ein bodenständiger Zwerg nur noch staunen: Ökologisch-esoterisch geht es zu bei den Nachtelfen...

In den Nachtelfen wiederum kann man ohne weiteres eine Karrikatur der Öko- und Esoterikbewegung erkennen, deren Anhänger ja auch in der realen Welt sehr viel von indianischer Weisheit halten. Die Ähnlichkeit der Nachtelfen mit Öko-Edelhippies  geht sogar soweit, dass man bei elfischen Nahrungsverkäufern vor allem seltsame vegetarische Gerichte, aber kein Fleisch kaufen kann. Dadurch ist sicher schon mancher Jäger in Schwierigkeiten gekomen, wenn er eine Katze oder einen Wolf als Begleiter hatte und auf gekaufte Nahrunsgmittel als Tierfutter angewiesen war, weil ihm das erbeutete Fleisch ausging. Weder Schattentatzenpanther noch Terrorwölfe mögen eben Kimchi…

Humor und Satire statt erhobenem Zeigefinger

Im Warcraft-Universum trägt die Anlehnung der Spielwelt an die Realität also durchaus satirische Züge. Einer der schlimmsten Feinde der elfischen und taurischen Umweltschützer ist die Venture Company, ein multinationaler Konzern, der gierig nach Rohstoffen jagt und dabei vor keiner Umweltzerstörung zurückschreckt. Im Augenblich ist dieser Konzern gerade dabei, das Steinkrallengebirge zu ruinieren und ich stelle mir immer vor, dass das fast vollständig zerstörte Desolace als Beispiel für ein Land gelten soll, mit dem die Venture Company fertig ist.

Ein Beispiel für typisch amerikanische Satire ist auch die Tierrechtsorganisation D.E.H.T.A. (Druids for the Ethical and Humane Treatment of Animals) also „Druiden für den Ethischen und Humanen Umgang mit Tieren), der radikale Flügel der Umweltschutzorganisation „Expedition des Cenarius“. Dass hier PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) gemeint ist, liegt auf der Hand. Der Gegenspieler von D.E.T.H.A ist Hemet Nesingwary. Dessen reales Vorbild erhält man übrigens, wenn man die Buchstaben des Namens ein wenig umstellt und dabei noch im Hinterkopf hat, dass er ein Buch geschrieben hat, welches den Titel „Die Grünen Hügel des Schlingendorntals“ trägt: Ernest Hemingway, für die Amerikaner offenbar das Symbol für den Jäger schlechthin.

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Wer sich mit Tierblut an den Händen bei ihnen sehen lässt, bekommt richtig Ärger: Druiden von der D.E.H.T.A in der Boreanischen Tundra

Interessant ist übrigens auch, dass hier die Ausgewogenheit gewahrt und auch nicht gewertet wird: Weder die D.E.H.T.A noch Nesingwary und seine Jäger sind eine böse Fraktion; der Spieler kann von beiden Aufgaben annehmen und Belohnungen sowie Erfahrungspunkte für deren Lösung einheimsem. Political Corectness scheint in den USA überhaupt auch für Fantasywelten verpflichtend zu sein: Soweit die Rasse von NPCs erkennbare Geschlechtsunterschiede aufweist, sind die Geschlechterverhältnisse ausgeglichen: Bei den Wachen von  Sturmwind, Orgrimmar, Eisensschmiede usw. sieht man etwa genauso viel Männlein wie Weiblein. Ob dies nun tatsächlich der Angst vor Anfeindungen aus der feministischen Ecke geschuldet ist oder einfach nur das Spiel für weibliche potentielle Kunden attraktiver machen soll, kann ich allerdings nicht sagen.

Ganz offen und sogar in erster Linie satirisch gemeint ist Terry Pratchetts Scheibenwelt. Hier wird alles auf die Schippe genommen, was in der realen Welt existiert. Von Wissenschaft und Technik, deren Rolle als universeller Problemlöser auf der Scheibenwelt die Zauberei übernimmt, über die Probleme multiethnischer Großstädte und die Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne bis hin zum Wahnsinn des Krieges, erkennt der Leser überall leicht, welche Problematik der realen, der Rundwelt jeweils gemeint ist. Die neueren Romane von Pratchett wie Weiberregiment oder Klonk! behandeln sogar direkt und speziell jeweils ein solches Thema. Es lässt sich ohne weiteres nachvollziehen, dass man ernste Themen in solch skurill-phantastischen Verpackungen den Menschen leichter nahe bringt, als  mit erhobenem, vorher in Moralinsäure getunktem Zeigefinger. Fantasy kann also durchaus zum Nachdenken anregen.

Modell für soziologische Betrachtungen

Eine sehr ausgefeilte Welt ist das Tolkien-Universum. Wissenschaftler sehen es von seinen soziologischen Gegenheiten her sogar als so realitätsnah an, dass es als Modell für grundsätzliche Betrachtungen zu gewissen gesellschaftlichen und politischen Phänomena dienen kann: Die beiden Politikwissenschaftler Abigail E. Ruane und Patrick James, so steht in einem Beitrag in den  Science Blogs, erklären am Beispiel all der Zwerge, Elben, Orks und anderer Kreaturen einige Grundprinzipien ihrer Disziplin, wobei man bei den unterschiedlichen Völkern verschiedene Denkansätze nachweisen kann.

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Hyboria, die Welt von Conan dem Barbar ist eigentlich am Übergang der Bronze- zur Eisenzeit angesiedelt; im Rollenspiel "Age of Conan" mutet das Ambiente zumindest bei dieser Stadt jedoch ein wenig mittelalterlich an.

Mit diesen Ansätzen befast sich – ebenfalls auf Science Blogs – Ali Arbia im einzelnen. In drei Beiträgen vergleicht er unter der gemeinsamen Überschrift „Internationale Beziehungen von Mittelerde“ die Denkansätze der Elben und Orks, die der Menschen, Zauberer und Zwerge sowie die der Hobbits und Ents. Damit schafft er es, einen allgemein verständlichen, bündigen Abriss der beschriebenen politischen Denkweisen zu liefern.

Fazit

Wie inzwischen klar geworden sein dürfte, sind Fantasywelten also nicht lediglich Rückzugsräume für Realitätsflüchtlinge. Selbstverständlich ist der „Urlaub von der Realität“ durchaus ein Motiv, in das Warcraft-Universum, die Vergessenen Reiche oder Mittelerde einzutauchen. Daneben aber bieten sie z.B. auch die Möglichkeit, reale Konflikte ein wenig von den begleitenden Vorurteilen zu trennen und dadurch besser zu vermitteln: Gegen Schwarze hat man Vorurteile, gegen die Halbriesen Hagrid und Madame Maxime eher nicht und versteht daher leichter, wie es jemandem zu Mute ist, der aufgrund seiner Herkunft ausgegrenzt wird.

Auch politische Mechanismen, zwischenmenschliche Beziehungen, Weltanschauungen und dergleichen lassen sich in Fantasy verpackt gut darstellen. Die Vereinfachung, Schematisierung und Überzeichnung, die in ausgedachten Welten möglich ist, tut dem keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Vereinfachung ist es ja gerade, die Zusammenhänge klar hervortreten lässt.

Abgesehen davon, dass Zeit, in der man Spaß hat, niemals verschwendete Zeit ist, ist die Beschäftigung mit Fantasy also alles andere als Zeitverschwendung. Dafür spricht auch, dass man gerade unter Fantasy-Lesern und Rollenspielern sehr viele gebildete Leute findet und auch die oft als unterbelichtet angesehenen „Zocker“, die Spieler von WoW und Co., keineswegs nur Hartz-IV-Empfänger und Fließbandarbeiter sind.

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Sieht man einmal von den Märchen ab, war meine erste Begegnung mit der Welt der Fantasy die Lektüre von Tolkiens „Der Herr der Ringe“, einem Buch, das in meiner Jugendzeit in den 80ern des vorigen Jahrhunderts in der alternativen Szene einfach in war. Ich muss allerdings gestehen, dass ich damals noch lange nicht zu einem Fantasy-Fan wurde, auch nicht als ich Jahre später „Conan der Zerstörer“ und eine Weile darauf auch den ersten Film über den Mann, der das Geheimnis des Stahls sucht,  „Conan der Barbar“ sah.

Allerdings wäre es auch falsch, zu sagen, dass mich diese grausam-schönen Welten nicht schon immer wenigstens ein Stück weit angesprochen hätten. Irgendwann erwischte es mich dann doch so richtig, es müssen wohl Drizzt Do’Urden und Bruenor Heldenhammer mit ihren Abenteuern in den Vergessenen Welten gewesen sein, die mich zu einem „richtigen“ Fantasy-Liebhaber machten.

Seit zwei Jahren spiele ich übrigens auch World of Warcraft, woran man Sohn schuld ist. Der hat dieses Spiel nämlich in unser Haus gebracht. Eine zeitlang war dieses Spiel bei mir sogar eine richtige Leidenschaft, was aber mittlerweile schonwieder nachgelassen hat. Deswegen habe ich – im Gegensatz zu meinem Sohn- auch noch keinen 80er, mein MainChar, der zwergische Jäger Drahtbart ist gerade einmal 77.

Die Welt der Fantasy ist unheimlich vielseitig und würde den Rahmen meines alten Blogs, des Selbstversorger-Blogs, dann doch spengen. Deswegen fange ich ganz einfach hier ein weiteres Projekt an und hoffe, dass ich die Zeit haben werde, es einigermaßen zu füllen und Euch öfter mal was neues zu bieten.

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