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shadowmoon

Elfen, Zwerge und Orks wird man in der Welt Verral nicht finden, in welcher die Stories des Shadowmoon-Zyklus des australischen Autors Sean McMullen spielen. Ähnlich wie in den Chroniken von Amarid von David. B. Coe, geht es um Menschen, von denen aber einige – im Falle der Shadowmoon-Welt Verral sogar viele – magische Fähigkeiten besitzen. Um Magie, Kriege und die Seefahrt geht es bei den haarsträubenden Abenteuern der Helden des Shadowmoon-Zyklus.

Schauplatz

Verral ist ein erdähnlicher Planet, auf dessen Oberfläche es neben jeder Menge Meer einige Kontinente gibt, die von seltsamen Menschen bewohnt werden. Mindestens ein Teil von ihnen hat zwei Herzen, es gibt auch Frauen mit vier Brüsten und ganz gewöhnliche Leute besitzen Zauberkräfte, die man anderswo nur bei mächtigen Magiern findet. Besonders viel Technik gibt es nicht, denn die Bewohner von Verral lösen ihre alltäglichen Aufgaben mit Hilfe von Magie: Sie erzeugen unter anderem magische Wesenheiten, so genannte Autone, welche ähnliches leisten wie bei uns elektronische Steuerungen und Computer. Sie können z.B. Vögel steuern und so als Nachrichtenübermittler dienen, Botschaften speichern und Dinge bewachen.

Neben der Zauberei spielt die Seefahrt eine große Rolle, da die einzelnen Kontinente nicht mit einander verbunden, sondern vollständig von Wasser umgeben sind. Natürlich gibt es neben den merkwürdigen Menschen auch seltsame Tiere, die teilweise ebenfalls mit magischen Fähigkeiten ausgestattet sind. Ein Beispiel dafür ist das Arcereon, ein Seeungeheuer, welches seine Beute, fliegende Reptilien und Vögel, mit einer Art Flammenwerfer vom Himmel holt, über eine gewisse Intelligenz und Magie verfügt.

Handlung

Auf dieser Welt hat der größenwahnsinnige Kaiser Warsovran ein magische Waffe namens Silbertod in seinen Besitz gebracht. Es handelt sich dabei um ein Kettenhemd mit magischen Kräften. Damit diese wirken können, braucht Silbertod einen Wirt, jemanden, der ihn trägt. Silbertods Macht steht aber nicht seinem Träger zu Gebote, sondern demjenigen, der ihn diesem Träger angezogen hat. Damit er funktionieren kann, braucht Silbertod außerdem einen gesunden Wirtskörper, daher heilt er seinen Träger als Nebeneffekt von sämtlichen Gebrechen und Krankheiten, ja er lässt sogar fehlende Körperteile nachwachsen. Warsovran, der Silbertod bei seinen ersten Versuchen damit selbst getragen hat, ist daher von einem Mann mittleren Alters wieder zu einem kerngesunden, kraftstrotzenden Jüngling geworden.

Die gefährlichste Fähigkeit von Silbertod besteht aber darin, Feuerkreise zu erzeugen, die sämtliches Leben in ihren Bereich erlöschen lassen, da sie so heiß sind, dass sogar Steine schmelzen und Sand zu Glas wird. Ist der Prozess einmal in Gang gesetzt, folgt Feuerkreis auf Feuerkreis, wobei sich jeweils der Durchmesser eines Kreise gegenüber dem vorigen verdoppelt und das zeitliche Intervall sich halbiert. Der Prozess gelangt erst zum Stillstand, wenn entweder der komplette Umfang oder aber die Hälfte der Fläche des Kreises auf dem Wasser liegt.

Bei seinen ersten Versuchen mit Silbertod löscht Warsovran daher seinen Heimatkontinent Torea vollständig aus. Er hat aber rechtzeitig gemerkt, was im Gange war und hat seine komplette Flotte mit Seeleuten und Marinesoldaten in Sicherheit gebracht. Er nimmt damit die große Hafenstadt Diomeda ein um sie als Basis für seine weiteren Kriegszüge zu benutzen Die Mannschaft der Shadowmoon, einem Piratenschiff mit ganz besonderen Fähigkeiten, will Warsovran Silbertod abjagen, um die Gefahr die der größenwahnsinnige Kaiser für Verral darstellt zu entschärfen.

Die Shadowmoon ist zwar nur ein winziger Segler, weist aber begrenzte Tauchfähigkeit auf, so das sie z.B. vortäuschen kann, in einem Gefecht versenkt worden zu sein. Feran Holzholm ist der Kapitän der Shadowmoon. Er ist ein äußerst gut aussehender, sehr jugendlich wirkender Mann, der eine erhebliche Anziehungskraft auf Frauen ausübt und dieseauch für zahlreiche amouröse Abenteuer ausnutzt.

Ein weitere Hauptpersoni ist der Vampir Laron, der von der Erde stammt und seit 700 Jahren im untoten Körper eines vierzehnjährigen Jungen steckt. Er war einmal ein Ritter und richtet sich immer noch nach den Grundsätzen seines Standes: Als Nahrungsquelle sucht er sich nur solche Leute aus, deren Verschwinden die Welt zu einem etwas besseren Ort macht.

Ebenfalls wichtig sind die Priesterinnen Velander und Terikel, beide Angehörige des metrologichen Ordens, einer bedeutenden toreanischen Religionsgemeinschaft, die durch Silbertods Feuerkreise fast vollständig ausgelöscht wurde. Beide waren gute Freundinnen, Seelenverwandte sogar, da Terikel das Flüchtlingsmädchen Velander bei sich aufgenommen und ihr ermöglicht hatte, Priesterin zu werden. Neuerdings sind sie sich aber spinnefeind, weil die Männer hassende Velander es Terikel äußerst übel nimmt, dass sie eine Affäre mit Feran Holzholm hatte.

Im Laufe des Romans tauchen noch der Geheimagent Rovan und der ehemalige König Druskarl auf und mischen bei der Handlung mit. Letzterer ist ein Eunuche und deswegen auf Silbertod erpicht, weil er sich von ihm die Wiederherstellung seiner Geschlechtsorgane erwartet.

Kritik

Sean McMullen erzählt die Geschichte der „Fahrt de Shadowmoon“ in flüssiger Schreibweise. Die Handlung ist zwar etwas verwickelt, doch nie langweilig und der trocken Humor des Australiers lässt den Leser immer wieder grinsen. Allerdings ist der Text nicht ganz jugendfrei, da es immer wieder einmal um sexuelle Beziehungen, Sachverhalte wie Zölibat und Jungfräulichkeit sowie anatomische Besonderheiten wie etwa die fehlenden Hoden des Ex-Königs Druskarl geht. „Die Fahrt der Shadowmoon“ ist der Auftakt zur sechsbändigen Mondwelten-Saga, wie der Shadowmoon-Zyklus offiziell auf Deutsch heißt. Wenn das Werk auch sicherlich nicht unbedingt ganz große Literatur ist, so ist es doch unterhaltsam zu lesen, lässt den Leser ab und an einmal grinsen oder kichern und macht ganz einfach Spaß.

Sean McMullen
Die Fahrt der Shadowmoon
Roman 365 S.

Heyne München 2006
ISBN-10: 3-453–52066-1
ISBN-13: 978-3-453-52066-0

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