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Posts Tagged ‘Krieg’

 

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Megan Rice ist eine 83jährige Nonne aus den USA. Sie ist mit zwei auch nicht mehr ganz jungen Gefährten, einem Maler und einem Vietnam-Veteranen, in eine Urananlage eingedrungen und hat sie mit Bibelsprüchen besprüht, um ein Zeichen gegen den Krieg zu setzen. Das ist natürlich verboten und jetzt drohen der mutigen Frau bis zu 20 Jahre Gefängnis. Das ist in meinen Augen eine Riesen-Sauerei! Deswegen starte ich diese Aktion und bitte Euch, den Slogan „Freiheit für Megan Rice!“ über Eure Blogs, Social Media, Foren, beim Online-Zocken usw. – und natürlich auch im richtigen Leben – zu verbreiten. Ihr dürft auch gerne dieses Banner verwenden, dafür habe ich es gemacht.

Mehr über die Geschichte könnt Ihr in diesem Artikel bei SPON lesen.

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Eine ganz und gar ungewöhnliche Interpretation einer der übelsten Rassen aus Tolkiens Welt nimmt der US-amerikanische Schriftsteller Morgan Howell vor. Nicht nur, dass seine Orks im Grunde prima Kerle sind, das kennt man ja schon von Stan Nicholls. In dem dreibändigen Werk „Königin der Orks“ treten sie sogar als kulturell hochstehende Rasse auf, die im Grunde äußerst friedfertig ist und im Matriarchat lebt.
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Ein übles Schicksal…

Dar ist ein ein Bauernmädchen aus den Bergen. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wird sie von einer bösartigen Stiefmutter schikaniert.Deren Hass auf Dar geht so weit, dass sie mit Hilfe einer Intrige erreicht, dass diese von ihrer Familie verstoßen und an die Armee verkauft wird. Bereits auf dem Marsch zum Heerlager erlebt sie schreckliche Dinge und erfährt von den Orks, die als schlagkräftigste Truppe im Heer des machtgierigen Königs Kregant berühmt und berüchtigt sind.

Im Heerlager angekommen, stellt Dar schnell fest, dass hier mehr als nur rauhe Sitten herrschen: Frauen haben praktisch keine Chance längere Zeit zu überleben, es sei denn, sie suchen den Schutz eines Offiziers, für den sie mit Sex bezahlen müssen. Das kommt für Dar nicht in Frage, sie hat Angst vor Männern, weil sie von ihrem Vater missbraucht wurde.

Die Orks sind ganz anders

Sie muss helfen für die Orks zu kochen und sie zu bedienen, da diese ihr Essen nur von Frauen annehmen. Dadurch kommt sie den vermeintlichen Monstern näher und stellt fest, dass diese wesentlich zivilisierter sind als ihre menschlichen Mitstreiter. Kovok-mah, der Anführer überwindet seine Abscheu vor Menschen und freundet sich mit Dar an und beschützt sie, ohne dafür Sex als Gegenleistung zu verlangen.

Durch Kovok-mah lernt Dar nicht nur die Sprache der Orks, sondern auch viel über ihre Kultur. Dabei erfährt sie auch, dass die Angst ihrer Kameradinnen unbegründet ist: Die sehr auf Sauberkeit bedachten Orks verabscheuen zwar die Menschen, weil sie sich nicht waschen und stinken, würden aber nie einer Menschenfrau etwas tun: In ihrer Sprache ist das Wort für Frau gleichbedeutend mit Mutter, so wie ein Mann immer ein Sohn ist. Und einer Mutter etwas zu tun ist für ihre Begriffe das schlimmste aller Verbrechen.

Ein übler Zauberer darf nicht fehlen

Mit der Zeit findet Dar auch heraus, warum die Orks für König Kregant kämpfen, obwohl das Töten ihnen zuwider ist: Der üble Zauberer des Königs hat die Königin der Orks magisch versklavt und lässt sie ihren Untertanen befehlen, alle Befehle der Offiziere Kregants widerspruchslos auszuführen. Gegen das Wort der Königin, der obersten Mutter nach ihrer Göttin, gibt es für einen Ork keine Widerrede.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Orks nicht nur selbst nicht lügen können, sondern noch nicht einmal verstehen, dass jemand die Unwahrheit sagen kann. Daher kämpfen sie im guten Glauben, dass alles wohl seine Richtigkeit haben müsse, auch wenn es ihnen widerstrebt.

Aufgrund ihrer – zunächst nur freundschaftlichen – Beziehung bekommen sowohl Dar als auch Kovok-mah Schwierigkeiten mit ihren eigenen Leuten. Dar gilt als die Orkhure, keiner kann sich vorstellen, dass Kovok-mah sie ohne Gegenleistung beschützt. Allerdings traut sich keiner, offen gegen sie vorzugehen, da alle Angst vor den Orks haben. Kovok-mah ist jedoch schlimmer dran: seine Männer verlieren das Vertrauen zu ihm und setzen ihn daher als Anführer ab.

Eine Dreiecksbeziehung

Zu gleichen Zeit verliebt sich der Offizier Sevren in Dar. Im Gegensatz zu den anderen Soldaten will er nicht nur ihren Körper, obwohl er an sich ein leichtlebiger und abenteuerlustiger Bursche ist. Trotzdem sie ihm allenfalls freundschaftlich zugetan ist, beschützt Sevren Dar nach Möglichkeit, wenn Kovok-mah nicht da ist. Doch dann geht es in eine schicksalhafte Schlacht, in der viele Orks umkommen und das Heer praktisch aufgerieben wird.

Kann Dar die überlebenden Orks retten und in ihre Heimat zurückbringen? Viele Gefahren lauern auf dem Weg, auch hat der böse Zauberer immer noch die Orkkönigin in seiner Gewalt und schmiedet weiter seine Ränke. Schließlich geraten nicht nur Dar, Sevren und die orkischen Soldaten, sondern auch das ganze Volk der Orks und ihre Heimat in höchste Gefahr. Zu allem Überfluss beginnt Dar auch, Kovok-mah zu lieben…

Neben der abenteuerlichen Handlung um das Schicksal der Orks und ihres Landes beschreibt Morgan Howell auch die Dreiecksbeziehung zwischen Dar, Kovok-mah und Sevren. Besonders intensiv befasst er sich mit der Sprache der Orks und ihrer Kultur. Mit Dar zusammen lernt der Leser die Sprache der Orks kennen. Jedem Band ist außerdem ein Glossar als Anhang beigegeben, in dem vor allem Begriffe aus der Orksprache näher erläutert werden, aber auch einige aus der Welt der Menschen und ihrer Kultur.

Gesamteindruck

Wenn auch Howells Orks mir persönlich etwas ungewohnt vorkommen, ist es interessant, im Verlauf der Geschichte derart viel über sie zu erfahren. Die Hintergrundwelt wird in eher düsteren Farben geschildert und erinnert von daher ein wenig an die, in der Fafhrd und der Graue Mausling von Fritz Leiber ihr (Un-)Wesen treiben, obwohl der Erzählstil Howells ein anderer ist.

Auch die eigentliche Handlung ist spannend und voll von unvorhergesehenen Wendungen; der Autor erzählt sie, ohne dabei davor zurückzuschrecken auch die brutalsten Szenen eingehend zu beschreiben. Das ganze ist flüssig erzählt und gut zu lesen. Wenn es sich auch nicht um ein epochales literarisches Werk und auch nicht um High Fantasy handelt, hat der Verfasser hier doch einen feinen Schmöker in der besten Tradition amerikanischer Fantasy geschrieben.

Die drei Bände der „Königin der Orks“, „Söldner“, „Legionäre“ und „Herrscher“ stellen drei Teile einer einzigen Geschichte dar und sollten hintereinander gelesen werden.

Morgan Howell
Die Königin der Orks – Söldner
Broschiert: 360 Seiten
Heyne
ISBN-10: 3453523466
ISBN-13: 978-3453523463

Morgan Howell
Die Königin der Orks – Legionäre
Broschiert: 400 Seiten
Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453523474
ISBN-13: 978-3453523470

Morgan Howell
Die Königin der Orks – Herrscher
Broschiert: 300 Seiten
Heyne
ISBN-10: 3453523482
ISBN-13: 978-3453523487

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Aus Tolkiens Büchern kennt man sie als halbsynthetisch erzeugte, grausame und wohl auch seelenlose Bösewichte, die lediglich willige Erfüllungsgehilfen verderbter Zauberer und Dämonen sind. Mittlerweile haben sie jedoch Karriere gemacht und müssen nicht mehr nur Buhmänner und Futter für Zwergenäxte abgeben.

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Bereits bei R.A. Salvatore lernt man anhand von Gestalten wie dem Ork-König Obould und seiner Bettgespielin Tsinka Schindrell nicht nur, wo ganz offensichtlich die kleinen Orks herkommen, sondern auch, dass die Burschen durchaus in der Lage sind zu denken, auch wenn das in etwas anderen Kategorien geschieht als bei den so genannten guten Rassen. Die knuffigen Warcraft-Orks dann, sind zwar augenscheinlich etwas einschichtig und neigen deutlich mehr als nur ein wenig zu Gewalttätigkeiten, stellen aber durchaus ehrenwerte Zeitgenossen dar, die eine Kultur und einen Glauben besitzen.

Der Hintergrund

In etwa in diese Richtung gehen auch die Orks, um die es in Stan Nicholls gleichnamigem Roman geht. Auf einer Welt, die aufgrund gestörter Erdmagie offenbar kurz vor einer Eiszeit steht, auf einem Kontinent namens Maras-Dantien, der von aus dem Norden vorrückenden Eismassen unmittelbar bedroht ist, sind sie vielleicht nicht gerade als Personen akzeptiert, werden jedoch als exzellente Söldner und Leibwächter geschätzt.

Die Personen

So stehen auch der Ork-Offizier Stryke und sein berühmt-berüchtigter Kampftrupp „Die Vielfraße“ in Söldnerdiensten. Und zwar in denen eines besonders fiesen, blutrünstigen, launischen Ekelpakets von Königin, die gleichzeitig als Mischung aus verschiedenen Rassen auf seltsame Weise  schön ist und eine neigenartigen Sex-Appeal besitzt. Sie hat auch gewisse, naja, nicht ganz alltägliche erotische Vorlieben, die sie ganz gerne einmal an todgeweihten Gefangenen auslebt. In diese Lage, als Lustobjekt der Königin zu dienen, können durchaus auch ihre eigenen Leute recht leicht geraten, zum Beispiel durch Unfähigkeit, deren Definition die Dame recht weitherzig auslegt.

Zu Strykes Truppe gehört neben den gemeinen Söldnern, dem Feldwebel Haskeer und dem Sanitäter Alfray auch die Strategin Coilla. Sie ist ein (Alb-)Traum von einem Orkweib: eine geschickte und starke Kriegerin, die weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen ist und so manchen männlichen Ork das Fürchten lehrt. Ebenfalls dabei ist ein Zwerg namens Jup. Er wird von den Orks aufgrund seiner Rasse zwar dann und wann gefrozzelt, nichtsdestotrotz jedoch voll akzeptiert. Wie Haskeer steht er sogar im Range eines Feldwebels.

Die Story

Die Aufgabe von Stryke und Konsorten ist es, ein magisches Artefakt zu beschaffen, das in einer menschlichen Ansiedlung aufbewahrt wird. Natürlich sind sie erfolgreich und natürlich sind sie das auf orkische Art und Weise: mit Totalschaden an der Siedlung und deren Bewohnern. Außer dem Artefakt erbeuten die Orks auch eine größere Menge von „Kristall“, dem in ihrer Welt gängigen Rauschgift und feiern mit einem Teil davon ein kleines Happening.

Als sie am anderen Morgen aus dem Drogenrausch erwacht sind, werden sie von Goblins überfallen, die den magischen Gegenstand erbeuten und damit fliehen können. Stryke sitzt nun in der Patsche: Selbst wenn es den Vielfraßen gelingt, den Goblins das Artefakt wieder abzujagen, werden sie den Zorn ihrer Königin über die Verzögerung nicht überleben. Da Stryker aber erkannt hat, wie hoch der Wert des seltsamen Gegenstandes für die Königin sein muss, beschließt er, ihn dennoch wieder zu beschaffen. Er will ihn nämlich als Faustpfand verwenden und damit das Leben seiner Leute retten.

Unterwegs hat Stryke immer wieder visionäre Träume, die ihn stark beschäftigen: Eine Orkfrau zeigt ihm eine Welt, in der lauter Orks friedlich und glücklich leben. Mit der Zeit wächst in ihm die Überzeugung, dass diese Welt existiert und dass er sie für sich und seine Kameraden finden kann.

Im Laufe der Jagd stellt sich heraus, dass der seltsame Stern nur ein Teilstück eines größeren Artefaktes ist, welches unermessliche Macht besitzt wenn man es zusammensetzt. Die Orks beschließen, alle Stücke zu beschaffen um ein umso mächtigeres Faustpfand für die Verhandlung mit ihrer Königin zu haben.

Wird Stryker das Leben seiner Kameraden retten und sie aus dem untergehenden Maras-Dantien heim in die Welt der Orks führen können? Nicht nur die Königin ist jetzt ihre Feindin, auch zwei ziemlich verkommene Kopfgeldjäger tauchen auf einmal auf und entführen Coilla (Was sie, wie sie auf leidvolle Weise feststellen werden, besser gelassen hätten). Außerdem gibt es Ärger mit einem äußerst unangenehmen, bigotten menschlichen Sektenführer und seiner verzogenen Tochter. Aber die Orks begegnen auch Leuten, die ihnen weiterhelfen…

Das Buch

Stan Nicholls erzählt eine spannende, gewalttätige Geschichte von geradezu epischen Ausmaßen auf packende Art und Weise. Obwohl er sich durchaus in den Konventionen der klassischen Fantasy-Literatur bewegt, wirkt da nichts abgedroschen, nichts schal, nichts langweilig. Es gibt scheinbar ausweglose Situationen und Rettung in letzter Sekunde, überraschende Wendungen sowie aufschlussreiche Begegnungen und schließlich finden Stryke und seine Freunde auch noch heraus, warum Maras-Dantien dem Untergang geweiht ist.

Die Charaktere sind wunderbar herausgearbeitet, glaubwürdig, mit allen ihren Licht- und Schattenseiten. Schon nach wenigen Seiten beginnt man Stryke und seine Leute zu lieben. Es geht um Ehre, Mut und Pflichtbewusstsein, aber auch um Verzweiflung, Frustration und Niederlagen, um Versuchung und Besessenheit – und immer um Kameradschaft und Zusammenhalt. Ein Buch, das man trotz seines Umfangs am liebsten in einem Zuge durchlesen möchte!

Stan Nicholls
Die Orks
Roman Piper 2007
800 Seiten
ISBN 978-3-492-28613-8

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