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Archive for 28. Februar 2009


Online-Rollenspiele sind eine tolle Sache, kosten aber Geld. Nicht jeder, der gerne WoW, WAR, Lineage, Age of Conan oder was auch immer spielen würde, kann oder will die monatliche Gebühr bezahlen, die das Spielen auf den offiziellen Servern kostet. Es gibt aber auch private Server, so genannte Freeshards, auf denen man kostenlos spielen kann. Ist das die Lösung für den MMORPG-Fan mit dem schmalen Geldbeutel?

Wenn man jemanden trifft und im Gespräch feststellt, dass er oder sie das gleiche MMORPG spielt, wie man selbst, ist die nächste Frage die nach dem Server. Meist ist es einer der offiziellen, manchmal bekommt man aber auch zu hören, dass der oder die andere auf einem privaten Server, einem Freeshard also, spiele. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Es kostet nichts. Was aber ist der Haken bei der Sache und gibt es überhaupt einen?

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Dalaran in World of Warcraft: Aufbau und Betrieb komplexer Online-Welten erfordern einen hohen Aufwand, den sich die Anbieter natürlich über Spielgebühren bezahlen lassen.

Verlockung Freeshard

Zugegeben, es ist eine verlockende Vorstellung, alle möglichen Online-Spiele für lau zu spielen. Wenn man World of Warcraft,  Herr der Ringe Online, Warhammer online, Age of Conan, Lineage II und wie sie alle heißen mit regulären Accounts spielt, geht das schon ein wenig ins (Taschen-)Geld. Wenn man gar mehrere Spiele gleichezeitig spielt, kann das sogar für ein Erwachsenen-Budget ein spürbarer monatlicher Posten werden. Auf jeden Fall, wenn es mit der Daumenbreite nicht allzuweit her ist, wie das heute ja leider bei vielen Haushalten – vor allem eben auch bei solchen mit Kindern – der Fall ist.

Bei Kids mag auch noch eine Rolle spielen, dass man nicht nur die Abo-Gebühr von den Eltern erbetteln oder vom Taschengeld abzwacken muss: Zumindest wenn man von sponsored by Papi oder Mami zocken will, muss man denen ja zuätzlich auch noch klar machen, warum dieses oder jenes MMORPG dringend erforderlich ist. Eine vermeidliche Diskussion, wenn man sich den Client einfach saugt, installiert und einen Account auf einem Freeshard erstellt.

Rechtliche Risiken bei privaten Servern

Allerding ist lange nicht alles Gold, was glänzt. Da wäre zunächst einmal das  rechtliche Problem. Wer sich einen regulären Account zulegt, kauft dazu auch den Client und ist auf der sicheren Seite. Auf Freeshards wird unter Umständen mit Raubkopien gespielt, was problematisch werden könnte.  Oft jedoch bietet der Betreiber eines Onlinespieles  den kostenlosen Download des Clients an, mit dem man dann einen ebenfalls kostenlosen Probeaccount nutzen kann. In diesem Falle ist die Client-Software keine Raubkopie und die Benutzun daher allenfalls ein Verstoß gegen die EULA und damit keine Straftat sondern lediglich ein Vertragsbruch. Der kann zwar keine Geld oder Haftstrafe, aber theoretisch immerhin Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Aber wirklich eher theoretisch. Ich frage mich übrigens immer noch, inwiefern ein „Vertragsabschluss“ per Klick in ein Kästchen auf dem Bildschirm überhaupt vor einem Gericht Bestand hat – vor allem, wenn die EULA nicht in der Muttersprache des Benutzers war.

Ein tatsächliches Risiko geht der Betreiber eines Freeshards ein. Verwendet er die Original-Serversoftware, dann hat er auf jedenfall mal eine Raubkopie und kann deswegen belangt werden. Daher werden hier wohl gerne Clones der Originalsoftware gefahren, die aber rechtlich auch nicht ganz unproblematisch sind. Zum einen liegt immer der Verdacht nahe, dass ein Reengineering des Originals stattgefunden hat, was verboten oder zumindest rechtlich fragwürdig ist. Zum anderen können auch bestimmte Algorithmen geschützt sein, so dass schon deren Nachprogrammieren mit etwas andeem Code einen Verstoß gegen das Urherberrecht darstellt. Schließlich kann ich mir aber auch kaum vorstellen, dass man einen Server-Clone programmieren kann, ohne irgendwelche Schutzrechte an Designs, Namen oder Verfahren zu verletzen.

Probleme des Spielers

Das sind jedoch Probleme des Betreibers, die dem Spieler im Grunde – bis auf einen Aspekt, auf den ich später komme –  egal sein können. Welche Probleme aber erwarten den Freeshard-Zocker?

Zunächst gibt es auf  Freeshards manchmal Dinge, die scheinbar besser sind als auf den Originalservern. Mögliche Features sind zum Beispiel schnelleres Leveln, ein höherer Endlevel, mehr Schaden, Rüstung, Gesundheit, bessere Items oder mehr Ingame Money beim Start. Das sind Sachen die verlockend klingen aber im Endeffekt genau nichts bringen: Sie stehen ja auch allen anderen Spielern zur Verfügung. Außerdem sind solche veränderlichen Parameter auf den Originalservern fein abgestimmt und Veränderungen daran können die Balance des Spieles empfindlich stören.
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Dazu kommt, dass auf Freeshards oft ältere Versionen des Spieles laufen und das es genauso oft haufenweise Bugs gibt. Ich habe mal einen WoW-Freeshard ausprobiert, der wirklich nicht toll funktionierte: Die Version war so veraltet, dass  die Questtexte zumindest teilweise noch englisch waren. Außerdem gab es immer wieder Störungen und Hänger, von Bugs gar nicht zu reden. Und das größte Problem der Freeshards: Gähnende Leere. Das ist nicht nur langweilig, sondern macht auch das Lösen von Gruppenquests und den Besuch von Instanzen praktisch unmöglich.

Selbst wenn man das Glück hat, einen Freeshard zu finden, der quasiprofesionell geführt und gut besucht ist, ist man noch lange nicht aus dem Schneider. Ein Freeshard kann von heute auf morgen verschwinden: Sei es, dass die Betreiber die Lust verlieren, sich verstreiten, das Geld ausgeht oder der Anbieter des Originals es schafft, den Freeshard schließen zu lassen. Gerade der letzte Fall wird wohl umso wahrscheinlicher, je besser besucht und je professioneller ein privater Server betrieben wird – sprich: je mehr Spielspaß er tatsächlich bietet. Daher auch weiter oben die Ausführungen zu den rechtlichen Problemen des Betreibers, die ansonsten ja nicht die des Spielers sind. Aber für den ist es eben mehr als ärgerlich, wenn er monatelang einen Charakter gelevelt, geskillt und ausgerüstet hat – und  der ist dann auf einmal einfach weg, weil der Server geschlossen wurde.

Allenfalls ein Notbehelf

Alles in allem ist das Spielen auf Freeshards also wirklich keine Alternative zu den Originalservern sondern in aller Regel höchstens ein äußerst dürftiger Notbehelf für Leute, die wirklich nicht die  zehn oder fünfzehn Euro für einen regulären Account aufbringen können. Denn mit den Originalen lassen sich Freeshards kaum jemals vergleichen. Und wenn man sich es recht überlegt: Vor allem, wenn ein Online Rollenspiel so viele Spieler hat wie WoW, ist es für den Betreiber in der Tat eine echte Cash-Cow. Das ändert aber nichts daran, dass der einzelne nicht so furchtbar viel bezahlt, wenn man sich einmal klar macht, was man für das gleiche Geld sonst kaufen könnte. Die Monatsgebühren der gängigen MMORPGs bewegen sich nämlich in etwa im Bereich der Kosten von zwei Kinokarten oder ein paar Halben Bier. Und die spart man damit garantiert wieder ein…

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Blogger benötigen Links, damit Leute auf Ihr Blog kommen. Aus diesem Grund sieht jede ordentliche Blogsoftware für Kommentatoren die Möglichkeit vor, in einem Kommentar einen Link auf das eigene Blog zu hinterlassen. Das ist ein guter Brauch im Web 2.0, denn wenn mir jemand Content liefert, hat er dafür eine Gegenleistung verdient.

Bei der Bloggerei geht man sogar soweit, dass man diesen Vorgang mit Hilfe von so genannten Trackbacks automatisiert. Wenn man in einem eigenen Artikel einen solchen eines Blogger-Kollegen verlinkt, gibt man die Trackback-Adresse dieses Artikels an und die eigene Blogsoftware verschickt dann einen Kommentar mit einem Link an das andere Blog. Nicht jede Blog-Software sieht dies vor, wenn nicht, macht man es von Hand.

Web 2.0 nicht verstanden

Genauso wie Blogs gehören auch Foren zum Web 2.0, denn auch hier leben die Sites davon, dass die User Beiträge liefern. Bei einigen, vor allem auch sehr großen und bekannten Foren-Sites wird das offenbar auch so gesehen. Ich verlinke z.B. regelmäßig Artikel aus meinem Selbstversorger-Blog, welche für Jäger interessant sein könnten, in mehreren bekannten Jagdforen. Das kommt, wie man den Zugriffszahlen und den Antworten auf die Postings entnehmen kann, recht gut an. Auch die Moderatoren sehen das offenbar so, denn ich wurde in keinem dieser Foren jemals von einem Moderator dafür gerügt. Einmal hat mich einer sogar gebeten, einen fehlerhaften Link auf meinen Blogeintrag zu reparieren, was er ja sicher nicht getan hätte, wenn er damit nicht einverstanden gewesen wäre.

Allerdings ist es nicht immer so: Vor allem kleine, von Amateuren betriebene Foren reagieren da gerne einmal sauer. Dass irgend ein Hobby-Moderator das Web 2.0 nicht verstanden hat, lässt sich nachvollziehen, auch wenn es schade ist. Wenn er Links oder sonstige Dinge in den Beiträgen nicht will, kann er solche Beiträge nicht zulassen, das ist juristisch in Ordnung, denn er hat ja gewissermaßen das Hausrecht und entscheidet, was auf seine Seiten steht und was nicht. Moralisch ist es zwar nicht in Ordnung, weil es im Prinzip Zensur ist, aber man muss es akzeptieren.

Vor allem kleine Foren schaufeln sich auf diese Weise unter Umständen zum Teil das eigene Grab, denn gerade ein noch wenig bekanntes  Forum ist auf jeden Beitrag angewiesen. Weniger des Inhaltes wegen, sondern hinsichtlich des Pagerankings bei Google: der registriert nämlich Veränderungen auf Websites und vermerkt sie positiv.

Content-Geier

Ich persönlich bezeichne Seitenbetreiber, die Kommentare oder Forenbeiträge erwarten, darin aber keine Links haben wollen, als  Contentgeier; Sie erwarten, dass die User ihnen Content liefern, haben aber Angst, dass sie PageViews verlieren, wenn sie die Gegenleistung für den Content in Form eines Links gewähren. Dass dies natürlich Quatsch ist, sieht man davon, dass es mittlerweile Seiten gibt, die vor allem dem Zweck dienen, dass man dort Links finden kann.

Man findet solche Content-Geierei übrigens auch bei größeren Websites, vor allem bei News-Seiten mit Kommentarmöglichkeit. Hier wird oft von vorneherein das Setzen von Links in Komentaren unterbunden. Findet dann doch einemal einer ein Möglichkeit, einen Link zu hinterlassen, gibt es beleidigtes Geschrei – und nicht nur Moderatroenm, sondern manchmal auch selbsternannte Hilfssheriffs erteilen einem Nachhilfe bezüglich der „offiziellen“ Gebrauchanweisung des Internets.

Gib uns einen Link, aber wir geben Dir keinen…

Besonders lustig wird es aber, wenn Forenbetreiber einerseits doch bitteschön  keine Links in den Forenbeiträgen haben möchten, andererseits aber mehr oder weniger offen darum bitten, dass man den Beitrag auf dem eigenen Blog verlinken möchte. So bekam ich dieser Tage folgende private Nachricht von einem Moderator eines Forums, in dem ich einen meiner Blog-Artikel verlinkt hatte (ich habe den Threadnamen, den Namen des Moderators  und den Wortlaut des  Zitates entfernt, damit nicht schlaue Leute sich das Forum ergoogeln können, um das es sich handelte):

Ich habe eben deinen Thread „XXXXXXXXXXXXX“ gelöscht. Ich möchte dich an dieser Stelle auf die Forenregeln aufmerksam machen:
Zitat:
[ Auszug aus den betreffenden Forenregeln]

Ich würde dich bitten, dies in Zukunft zu unterlassen.

XXXXX

Das lustige dabei: In diesem Forum hat die Eingabemaske für Beiträge ein Extra-Feld für eine Trackback-Adresse. Das bedeutet im Prinzip die Bitte, dass man doch, wenn man ein Blogger ist, einen Artikel auf dem eigenen Blog benennen möge, der dann von der Forumssoftware mit einem Kommentar versehen wird, der wiederum einen Link auf den Beitrag – und damit auf das Forum – enthält.

Sinn machen würde der Trackback aber nur, wenn der Forumsbeitrag auch einen Link auf den Artikel enthält. Ein Trackback-Kommentar ohne Link auf den kommentierten Artikel im eigenen Content gilt – mit Recht – unter Bloggern als Spam.  Und genau das erheischen die Betreiber dieser Seite.

Tja, so kann man es natürlich auch machen…

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